Wurkkos HD02 Pro
Beitrag
Erst vor einem halben Jahr hatte ich die Wurkkos HD02 vorgestellt und schon gibt es einen Nachfolger. Bei der HD02 Pro hat Wurkkos auf die Wünsche der Nutzer gehört und die Flügel für das Flutlicht verbessert. Zudem wurde die vielseitige Lampe um ein Rotlicht ergänzt.
Verschwunden ist hingegen die Reverse-Charging-Funktion, mit der sich die HD02 im Notfall als Powerbank nutzen ließ. Auch zeigten sich bei meinem Exemplar Probleme mit der Ladefunktion.
Lieferumfang und Hardware
Die Lampe wird in einer Retailverpackung mit einem vakuumgeformten Einsatz geliefert. Das Zubehör befindet sich auf der Rückseite des Einsatzes.
- Wurkkos 21700 Li-Ion Akku (5000 mAh, bei Lieferung 3,77 V)
- Handschlaufe
- USB-C Ladekabel
- 2x Ersatz-O-Ring
- Bedienungsanleitung (EN, CN, RU, DE, FR, ES, IT, JP, PT)
Die Anleitung besteht aus einem 42 × 36 cm großen Stück Papier, das beidseitig bedruckt ist. Ergänzend zum Text wird die Bedienung auch in Form von Piktogrammen und Diagrammen erklärt. Diese wirken jedoch teilweise etwas unübersichtlich.
Beim Auspacken wird auf der Rückseite des Einsatzes deutlich darauf hingewiesen, vor der ersten Nutzung die Transportsicherung des Akkus zu entfernen. Eine Lasche erleichtert das Herausziehen des Einsatzes.
Von außen betrachtet gibt es zwischen der HD02 und der HD02 Pro so gut wie keine Unterschiede. Auf den ersten Blick erweckt sie den Anschein einer „flachen“ Lampe. Die HD02 Pro verwendet jedoch einen üblichen, runden 21700-Li-Ion-Akku und auch die Tailcap ist rund.
Verantwortlich für ihre Breite von 41 mm sind hauptsächlich die nebeneinander liegenden LEDs und die ausklappbaren Flügel. Durch die gezackten Kerben und die oktogonale Form erhält die HD02 ein futuristisch-modernes Design.
| Größe & Gewicht | |
|---|---|
| Länge: | 126,0 mm |
| Breite: | 41,0 mm |
| Höhe: | 26,0 mm |
| Höhe (mit Clip): | 34,0 mm |
| Gewicht (ohne Akku): | 186 g |
| Gewicht (21700 Akku): | 68 g |
| Gewicht (gesamt): | 254 g |
Größe und Gewicht der HD02 Pro sind identisch zu ihrem Vorgängermodell. Für eine Lampe mit einem einzelnem 21700-Akku ist sie recht groß und schwer. Bei den gebotenen Funktionen dürfte das aber zu verschmerzen sein.
Das Gehäuse der Lampe besteht aus blau anodisiertem Aluminium mit schwarzen Akzenten am Bezel, Schalter und der Tailcap. Der schwarze Frontbezel wird von vier Schrauben gehalten.
Auf beiden Seiten lässt sich jeweils ein Flügel für das Flutlicht bis zu einem Winkel von 135° ausklappen. Bei der HD02 Pro lassen sich die Flügel zusätzlich noch um 180° drehen und können damit nach vorne ausgerichtet werden. Die Scharniere laufen geschmeidig und werden wohl durch O-Ringe abgedichtet und gleichzeitig gedämpft.
In geschlossener Position werden die Flügel durch eine kleine Kugelarretierung gesichert. Trotzdem können sie bei Stößen ein wenig klappern. Hinter den Flügeln lässt sich eine Kurzanleitung für die Bedienung des Flutlichts finden. Ungewöhnlich, aber praktisch.
Auf der Rückseite befindet sich ein breiter Clip, der von drei Schrauben gehalten wird. Damit lässt sich die Lampe beispielsweise an einem Gürtel tragen. Nur an den Schrauben könnte es etwas eng werden.
Die Tailcap verfügt über ein 1/4" UNC Stativgewinde. Darüber lässt sich die HD02 beispielsweise mit einem Stativ erhöht aufstellen oder mit einem Haken an die Decke hängen. Auch eine Handschlaufe lässt sich mit einer einschraubbaren Öse gut befestigen.
Außerdem ist in der Tailcap ein kräftiger Magnet integriert. An magnetischen Oberflächen hält die Lampe damit in jeder beliebigen Ausrichtung.
Über einen USB-C-Anschluss auf der Rückseite lässt sich der Akku direkt in der Lampe laden. Eine flach anliegende Silikonabdeckung schützt ihn vor Wasser und Schmutz. Während die HD02 noch eine Nagelkerbe zur leichteren Öffnung hatte, kommt bei der HD02 Pro nun wieder eine kleine Lasche zum Einsatz.
Leider hat die Ladefunktion bei mir nicht zuverlässig funktioniert. Mit einer wechselnden Kombination aus Kabel und Netzteil konnte ich den Akku gelegentlich laden, meistens kam es aber nur zu einem schnellen Ticken und einer flackernden Status-LED. Ähnliche Berichte habe ich auch von anderen Nutzern der Lampe vernommen, sodass es sich möglicherweise um ein generelles Problem handelt.
Konnte man die HD02 im Notfall noch als Powerbank verwenden, ist diese Funktion bei der HD02 Pro nicht mehr vorhanden.
Kräftige Federn auf beiden Seiten stellen den Kontakt zum Akku her. Die Lampe ist für ungeschützte 21700-Akkus mit flachem Pluspol konstruiert. Button-top-Akkus passen gerade noch so hinein, doch für längere (geschützte) Akkus ist nicht genügend Platz vorhanden.
Laut Hersteller ist die HD02 Pro wassergeschützt nach IPX6. Damit sollte sie einen Regenschauer oder ein kurzes Abspülen unter fließendem Wasser verkraften, aber besser nicht komplett unter Wasser getaucht werden. Größte Schwachstelle dürfte hier das Scharnier der Flutlicht-Flügel sein. Die Lampe soll zudem Stürze aus bis zu einem Meter Höhe überstehen.
Die Verarbeitung ist überwiegend einwandfrei und auch die Kanten sind gut entgratet. Bei meinem Exemplar hat sich die Verklebung der Flutlicht-Diffusoren leicht gelöst. Dies scheint ein verbreitetes Problem zu sein und dürfte auf die Ausdehnung der Luft bei Erwärmung zurückzuführen sein.
Bedienung und Funktion
Die Bedienung der HD02 Pro erfolgt hauptsächlich über einen Taster im vorderen Bereich der Lampe. Mit ihm wird die Lampe ein- und ausgeschaltet oder die Helligkeit geändert. Der Schaltweg ist kurz. Die Betätigung erfordert eine Kraft von etwa 1000 cN und wird mit einem feinen Klicken quittiert.
Die Betriebsart wird über einen Drehschalter festgelegt. Er hat die Stellungen UV/Rot, Spotlicht und Laser. Dank des kleinen Hebels lässt sich die Stellung problemlos erkennen ohne hinzusehen. Der Schalter ist schwergängig genug, um sich nicht versehentlich zu verstellen, lässt sich aber leicht bedienen. Er arbeitet mittels Hall-Sensoren, sodass starke Magnete seine Funktion beeinträchtigen können.
Befindet sich der Schalter in der Position für das Spotlicht, wird die Lampe ganz normal mit dem Taster bedient. Bei diesem Modell lässt sich die Helligkeit nur stufenlos verstellen. Ein Durchlauf dauert vier Sekunden und ist bei niedriger Helligkeit schwer zu kontrollieren. Wird die Taste nach dem Loslassen gleich wieder gedrückt gehalten, kehrt sich die Richtung der Helligkeitsänderung um.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | Einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) |
| 2 Klicks | Turbo | |
| 3 Klicks | Strobe | |
| 4 Klicks | Sperren | |
| Halten | Low | |
| Ein | 1 Klick | Ausschalten |
| 2 Klicks | Turbo | |
| 3 Klicks | Strobe | |
| Halten | Helligkeit stufenlos ändern | |
| Turbo | 1 Klick | Vorherige Helligkeit oder ausschalten |
| 2 Klicks | Low | |
| 3 Klicks | Strobe | |
| Strobe | 1 Klick | Vorherige Helligkeit oder ausschalten |
| 2 Klicks | Blinkmodus ändern: Strobe → SOS → Beacon | |
| Gesperrt | 4 Klicks | Entsperren und in zuletzt genutzter Helligkeit einschalten |
| Halten | Momentan Low (Spot) |
Im Strobe wechselt die Frequenz alle zwei Sekunden zwischen 6 und 15 Hz, um die desorientierende Wirkung zu verstärken. Wie so oft entspricht das SOS-Signal nicht dem Standard („SOS“ ohne Pause). Beim Beacon blitzt die Lampe alle zwei Sekunden einmal kurz auf.
Auffällig ist das deutlich hörbare Ticken, das durch das wechselnde Magnetfeld beim Ein- und Ausschalten der Lampe entsteht. Verursacht wird es durch das Zusammenspiel von Feder und Magnet in der Tailcap, wenn plötzlich hohe Ströme fließen.
Beim UV-Licht gibt es nur zwei Helligkeitsstufen und (sinnvollerweise) keinen Strobe, ansonsten ist die Bedienung gleich. Ein Indikator für ein aktiviertes UV-Licht (z.B. eine blaue Status-LED im Taster) wäre schön gewesen.
Das Rotlicht versteckt sich hinter dem UV-Licht und kann über einen Doppelklick aktiviert werden. Dadurch wird leider ein direkter Zugriff auf die niedrigste Rotlichtstufe verhindert. Es wäre sinnvoll gewesen, UV- und Rotlicht zu tauschen.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | UV einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) |
| 2 Klicks | Rotlicht einschalten | |
| 4 Klicks | Sperren | |
| Halten | UV einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) | |
| Ein (UV) | 1 Klick | Ausschalten |
| 2 Klicks | Rotlicht | |
| Halten | Helligkeit ändern (Low / High) | |
| Ein (Rot) | 1 Klick | Ausschalten |
| 2 Klicks | UV-Licht | |
| 3 Klicks | Rotes Blinklicht | |
| Halten | Helligkeit stufenlos ändern | |
| Gesperrt | 4 Klicks | Entsperren und in zuletzt genutzter Helligkeit einschalten |
| Halten | Momentan Low (Spot) |
Der Laser lässt sich ein- und ausschalten. Ich hätte mir einen Momentanbetrieb beim Halten der Taste gewünscht, denn meist nutzt man einen Laser nur kurzzeitig um auf etwas zu zeigen.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | Einschalten |
| 4 Klicks | Sperren | |
| Ein | 1 Klick | Ausschalten |
| Gesperrt | 4 Klicks | Entsperren und in zuletzt genutzter Helligkeit einschalten |
| Halten | Momentan Low (Spot) |
Beim Ausklappen der Flügel wird das Flutlicht automatisch eingeschaltet. Danach lassen sich Helligkeit und Farbtemperatur über den Taster steuern. Ausschalten lässt sich das Flutlicht entweder durch Schließen der Flügel oder über einen kurzen Druck auf die Taste. Die beiden Flügel lassen sich auch einzeln nutzen.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Zugeklappt | Aufklappen | Einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) |
| Aus (aufgeklappt) | 1 Klick | Einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) |
| 2 Klicks | High | |
| 4 Klicks | Sperren | |
| Halten | Low | |
| Ein | Zuklappen | Ausschalten |
| 1 Klick | Ausschalten | |
| 2 Klicks | Turbo | |
| Halten | Helligkeit stufenlos ändern | |
| Klicken + Halten | Farbtemperatur stufenlos ändern | |
| Lockout | 4 Klicks | Entsperren und in zuletzt genutzter Helligkeit einschalten |
| Halten | Momentan Low (Spot) |
Eine Tastensperre über einen schnellen Vierfachklick schützt die Lampe gegen versehentliches Einschalten. Alternativ kann die Tailcap etwas gelockert werden. Noch einfacher wäre es mit einer vierten Stellung des Drehschalters gewesen.
Nach dem Einschalten zeigt eine Status-LED im Taster für fünf Sekunden den ungefähren Ladestand des Akkus an. Bei kritischer Akkuspannung blinkt die LED bei eingeschalteter Lampe kontinuierlich in Rot.
| Farbe | Ladestand |
|---|---|
| Grün | 75% – 100% |
| Grün blinkend | 50% – 75% |
| Rot | 25% – 50% |
| Rot blinkend | < 25% |
Die Lampe liegt zwar recht voluminös in der Hand, lässt sich jedoch trotzdem angenehm halten. Die breiten Kerben an den Flügeln bieten selbst bei feuchten Bedingungen eine gute Griffsicherheit. Auch im Dunkeln ist der Taster leicht zu finden und die Steuerung über den Drehschalter gelingt mühelos.
Mit den ausklappbaren Flügeln ist die Lampe auch für den stationären Einsatz konzipiert. Ein Stativ oder eine kleine Platte zum Festschrauben verbessern die Standsicherheit, wenn der Magnet nicht genutzt werden kann. Durch die drehbaren Flügel lässt sich das Flutlicht immer in die gewünschte Richtung lenken. Damit wurde ein gewichtiger Kritikpunkt des Vorgängermodells beseitigt.
Lichtbild
Auf der Vorderseite befinden sich hinter einer Glasscheibe mit magentafarbener Antireflexbeschichtung eine kaltweiße Luminus SFT-70 Gen 2 für das Spotlicht, eine Luminus SST-08-UV mit 365 nm, eine rote LED mit 660 nm sowie ein grüner Laser (520 nm) mit einer spezifizierten Leistung von ≤ 5 mW und Laserklasse 3R.
Das kaltweiße Spotlicht hat meist eine neutrale Färbung, zeigt bei niedriger Helligkeit jedoch einen leicht grünlichen Farbstich. Der Spot ist ein wenig wärmer als der Spill.
Die Oberfläche des Reflektors ist größtenteils glatt. Im Zentrum sind feine Ringe zu erkennen, möglicherweise um Artefakte im Lichtbild zu reduzieren. Eine ähnliche Struktur habe ich auch schon bei anderen Lampen gesehen.
Der Spot ist gleichmäßig ausgeleuchtet. In der Corona zeigen sich bei genauer Betrachtung schwache Blütenblätter – in der Praxis nicht von Bedeutung. Im Lichtbild gibt es keine Unterschiede zum Vorgänger.
Mir gefällt das Lichtbild wirklich gut. Der Spot hat für einen universellen Einsatz genau die richtige Größe: nicht zu klein, aber auch nicht so groß, dass unnötig Reichweite verschenkt wird.
Das Flutlicht besteht je Flügel aus 32 warmweißen (3000 K) und 32 kaltweißen (6000 K) LEDs – insgesamt also 128 LEDs! Dadurch verteilt sich das Licht gleichmäßig auf eine große Fläche, wodurch harte Schlagschatten reduziert werden. Durch die breite Abstrahlung eignet sich das Flutlicht ideal für den Nahbereich, beispielsweise beim Lesen oder beim Arbeiten, wenn ein größerer Bereich gleichmäßig ausgeleuchtet werden soll. Ein CRI von 90 sorgt für eine gute Farbwiedergabe.
Tiefrotes Licht hat den Vorteil, dass es die Dunkeladaptation der Augen weniger stark beeinträchtigt als weißes Licht. Das liegt daran, dass die für das Sehen bei geringer Helligkeit verantwortlichen Stäbchen gegenüber langwelligem rotem Licht deutlich weniger empfindlich sind. Die für das Farbsehen zuständigen Zapfen können rotes Licht dagegen noch wahrnehmen, sodass die Anpassung des Auges an die Dunkelheit bei entsprechend niedriger Lichtintensität weniger stark gestört wird.
Der Reflektor des roten Lichts ist matt, wodurch der Spot etwas geglättet wird. Dennoch hebt er sich deutlich vom Spill ab. Es lässt sich auf eine sehr niedrige Helligkeit einstellen und lässt sich dadurch auch noch auf kurze Entfernung nutzen, ohne die Dunkeladaption zu stören.
UV-Licht ist ein spannendes Thema, schließlich kann es mit dem menschlichen Auge nicht direkt gesehen werden, sondern nur durch die Fluoreszenz angestrahlter Objekte. Es wird in drei Bereiche eingeteilt, von denen bei Taschenlampen jedoch nur UV-A relevant ist. Vor allem günstige UV-Lampen verwenden LEDs mit einer recht langen Wellenlänge um 400 nm mit einem hohen Anteil sichtbaren Lichts. Dadurch wird der Effekt der Fluoreszenz zu einem gewissen Teil überlagert.
Bessere UV-Lampen verwenden LEDs mit einer Wellenlänge von 365 nm, so auch die Wurkkos HD02 Pro. In diesem Bereich fluoreszieren viele Mineralien, Sicherheitsmerkmale von Geldscheinen und Ausweisen oder „organische Rückstände“ im Bad und auf dem Teppich. Auch diese LEDs haben einen kleinen Anteil sichtbaren Lichts, das sich mit einem ZWB2-Filter eliminieren lässt (in der HD02 Pro allerdings nicht verbaut).
In der Praxis setze ich UV-Licht beispielsweise ein, um den gleichmäßigen Auftrag bestimmter Schmierstoffe mit UV-Indikator zu prüfen. Auch viele Arten von Schmutz (Flecken, Waschmittelreste, Hausstaub) lassen sich gut erkennen. Beim Geocaching gibt es gelegentlich Aufgaben, bei denen UV-Licht benötigt wird. Ganz allgemein lässt es die Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht sehen und eröffnet dadurch faszinierende, völlig neue Perspektiven. Hier ein Beispiel, wie sich die Welt unter UV-Licht zeigt:
Aufgrund des glatten Reflektors konzentriert sich das UV-Licht der HD02 Pro hauptsächlich auf einen sehr engen Spot, sogar enger als beim Spotlicht. So wird beispielsweise die Fläche einer A4-Seite erst ab einer Entfernung von zwei Metern komplett ausgeleuchtet. Dadurch ist das UV-Licht eher für mittelgroße Entfernungen geeignet (etwa bei der Suche nach UV-Hinweisen beim Geocaching oder der Prüfung von Rohrleitungen auf Leckagen).
Für kürzere Entfernungen lässt sich zumindest die Helligkeit um eine Stufe reduzieren. Der ausgeleuchtete Bereich bleibt zwar klein, dafür wird man nicht mehr so leicht geblendet. Der schwache Spill hilft dann natürlich noch weniger.
Beim grünen Laser handelt es sich um ein Produkt der Klasse 3R mit einer Ausgangsleistung unter 5 mW und einer spezifizierten Wellenlänge von 520 nm. In den meisten Fällen ist mir der Laser etwas zu hell. Zudem besteht bei unsachgemäßem oder unvorsichtigem Gebrauch die Gefahr einer Augenschädigung.
Treiber und Laufzeit
Zur Art des Treibers macht der Hersteller keine konkreten Angaben. Die Informationen zur Intensität und Reichweite wurden der Herstellerwebseite entnommen, da sie in der Anleitung und auf der Verpackung nicht vorhanden sind. In verschiedenen Quellen (Webseite, Anleitung und Verpackung) gibt es teils widersprüchliche Informationen.
| Modus | Helligkeit¹ | Laufzeit¹ | Intensität¹ (Reichweite²) | |
|---|---|---|---|---|
| Spot Turbo | 3200 / 1000 lm | 1 min + 1:05 h | 27 175 cd | (330 m) |
| Spot Low | 10 lm | 140 h | 125 cd | (22 m) |
| Flood Turbo | 600 lm | 2:30 h | 300 cd | (35 m) |
| Flood Low | 5 lm | 145 h | 2,6 cd | (3 m) |
| Rot Turbo | 110 / 60 lm | 3 min + 4:50 h | 550 cd | (47 m) |
| Rot Low | 0,5 lm | |||
| UV High | 520 mW | 5 h | 120 cd | (22 m) |
| UV Low | 130 mW | 15 h | 28 cd | (11 m) |
Da es keine festen Stufen gibt, habe ich die Laufzeit lediglich für die maximale Helligkeit gemessen. Beim Spot passen die Ergebnisse fast perfekt zu den Herstellerangaben. Wenn die Helligkeit nach knapp einer Minute automatisch reduziert wird, erreicht die Temperatur bei leichter Kühlung knapp 45 °C und fällt im Anschluss auf moderate 33 °C ab. Das Vorgängermodell konnte konnte im Test eine etwas höhere Helligkeit halten, dafür erfolgt der Übergang bei der HD02 Pro etwas sanfter. Allerdings wurde die HD02 Pro bei einer höheren Umgebungstemperatur getestet, was ein Grund für die Unterschiede sein könnte.
Beim Flutlicht steht die maximale Helligkeit für fast die gesamte Laufzeit zur Verfügung. Werden beide Flügel genutzt, verdoppelt sich die Helligkeit, während sich die Laufzeit halbiert. Die Flügel erreichen bei voller Leistung eine Temperatur von 42 °C. Damit ist das Flutlicht auch für den Dauerbetrieb geeignet. Die Laufzeit ist identisch zum Vorgängermodell.
Beim Rotlicht reduziert sich die maximale Helligkeit nach drei Minuten auf rund 60%. Dies erfolgt vermutlich zeitgesteuert, da sich die Lampe nur geringfügig erwärmt.
Das UV-Licht zeigt eine sehr konstante Regelung. Die volle Helligkeit wird mehr als sechs Stunden lang durchgehend konstant gehalten und übertrifft damit die Herstellerangaben. Die Erwärmung kann in diesem Modus vernachlässigt werden.
Während die Helligkeit beim Spotlicht komplett ohne PWM geregelt wird, lässt sich mit dem Oszilloskop sowohl beim Rotlicht als auch beim UV-Licht PWM mit 23 kHz feststellen, was für das Auge allerdings nicht zu erkennen ist. Beim Flutlicht wird zwar kein PWM verwendet, allerdings werden die beiden Kanäle für die verschiedenen Farbtemperaturen gemultiplext, also bei hoher Frequenz (ebenfalls 23 kHz) abwechselnd betrieben.
Hier noch ein kurzer Blick auf die Temperaturverteilung mittels Wärmebildkamera, aufgenommen mit dem Zoyi ZT-R02:
Leider ist es mir nicht gelungen, den Strombedarf dieser Lampe zu messen. Sobald der Akku und das Gehäuse mit einem Kabel überbrückt wird, schalten sich die Flutlicht-LEDs in den Flügeln ein. Vermutlich wurde der Magnet aus der Tailcap in der Firmware bei der Bewertung des Magnetfeldes berücksichtigt. Außerdem sind die Kontakte nur schwer zu erreichen.
Ebenso konnte die Abschaltspannung zum Schutz des Akkus vor Tiefentladung nicht genau ermittelt werden. Am Ende der Laufzeitmessungen lag die Akkuspannung nach der automatischen Abschaltung jedoch zwischen 2,8 und 3,0 V.
Fazit
Mit der Pro-Version hat Wurkkos auf die Wünsche der Nutzer reagiert und Kritikpunkte verbessert. Bei der Wurkkos HD02 Pro lassen sich die ausklappbaren Flügel nun zusätzlich drehen, um das Licht in nahezu jede gewünschte Richtung lenken zu können. Neu hinzugekommen ist außerdem ein Rotlicht mit einer Wellenlänge von 660 nm, das dabei hilft, die Dunkeladaption der Augen zu erhalten. Das kräftige Spotlicht sowie das UV-Licht und der grüne Laser sind weitgehend unverändert geblieben.
Allerdings gibt es Probleme mit der Ladefunktion, die sowohl bei mir als auch bei anderen Nutzern nur unzuverlässig arbeitet. Ob es sich dabei um Einzelfälle oder ein grundsätzliches Problem handelt, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Der Hersteller wurde über die Schwierigkeiten informiert, konnte jedoch auch nach mehreren Wochen keine konkreten Informationen nennen. Ein weiteres Problem sind die Kunststoffscheiben in den Flügeln, die sich bei starker Erwärmung lösen können.
Insbesondere die nicht drehbaren Flügel für das Flutlicht hatte ich beim Vorgängermodell bemängelt. In der neuen Pro-Version hat Wurkkos das Problem hervorragend gelöst. Auch das Rotlicht ist eine praktische Ergänzung. Umso enttäuschender sind die Probleme mit der Ladefunktion. Andernfalls wäre die Wurkkos HD02 Pro nahezu perfekt.
Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.