Nitecore P27iX
Beitrag
Bei meinem Test der Nitecore EX7 war ich von den innovativen M515S-LEDs begeistert, von der Bedienung der Lampe hingegen schwer enttäuscht. Rund neun Monate später hat Nitecore mit der P27iX nun die Lösung für dieses Problem präsentiert.
Die Nitecore P27iX ist als taktische Einsatzlampe konzipiert und ermöglicht mit drei Tasten eine intuitive Bedienung und einen direkten Zugriff auf bis zu fünf Helligkeitsstufen. Auch dieses Modell bietet dank der speziellen LEDs eine Art Zoom, mit dem sich die Breite des Lichtstrahls verstellen lässt.
Lieferumfang und Hardware
Die Lampe wird mit Zubehör in einer schwarz-gelben Retail-Verpackung geliefert. Der Inhalt befindet sich sortiert in zwei Abteilen, wobei die Lampe selbst durch einen vakuumgeformten Einsatz gehalten wird.
- Nitecore „NL2155HPi“ 21700 Li-Ion Spezial-Akku (5500 mAh, bei Lieferung 3,82 V)
- Zweiwege-Clip (separat)
- Kombinierte Handschlaufe und Ladekabel
- Ersatz O-Ring (1×)
- Adapter für zwei CR123A Batterien
- Gürtelholster
- Schnellstartanleitung, Bedienungsanleitung (EN, ES, DE, FR, RU, IT, UK, PL, EL, CN)
Neben der ausführlichen Bedienungsanleitung in zehn Sprachen gibt es auch eine Schnellstartanleitung, in der die wichtigsten Informationen zur Bedienung übersichtlich in Form von Piktogrammen zusammengefasst sind.
Aus meiner Sicht stellt die P27iX eine Weiterentwicklung der Nitecore EX7 dar, weshalb ich die beiden Modelle hier kurz gegenüberstellen möchte. Zwar gibt es auch Unterschiede in der Performance, entscheidend ist für mich allerdings die deutlich bessere Bedienung der P27iX.
Die P27iX ist insgesamt etwas schlanker, durch die Schalter am Heck jedoch ein wenig länger als die EX7. Beim Gewicht nehmen sich die beiden Modelle nicht viel und liegen mit knapp über 200 g in einem angemessenen Bereich für eine Lampe dieser Art.
| Größe & Gewicht | |
|---|---|
| Länge: | 141 mm |
| Durchmesser (Kopf): | 31,9 – 35,9 mm |
| Durchmesser (Akkurohr): | 26,0 mm |
| Durchmesser (Tailcap): | 28,3 – 32,6 mm |
| Gewicht (ohne Akku): | 128 g |
| Gewicht (21700 Akku): | 77 g |
| Gewicht (gesamt): | 205 g |
Erst im direkten Vergleich mit anderen taktischen Lampen mit 21700-Akku wird deutlich, wie kompakt die P27iX eigentlich ist. Ja, es gibt kompaktere 21700-Lampen, die dann aber eher im EDC-Bereich angesiedelt sind und sich weniger an taktischen Bedürfnissen orientieren. Eine noch kleinere Lampe würde sich sogar eher nachteilig auf die Handhabung (insbesondere mit Handschuhen) auswirken.
Klarus XT21X Pro | Armytek Predator Pro Max | Nitecore P27iX | Nitecore EX7 | Nextorch TA30C Max
Beim Betrachten der P27iX fällt sofort ihr taktisch geprägtes Erscheinungsbild ins Auge. Auch wenn eine gewisse Eleganz zu erkennen ist, liegt der Schwerpunkt des Designs klar auf Ergonomie und Robustheit. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und ist ausschließlich in Schwarz erhältlich.
Der Bezel besteht aus schwarz beschichtetem Edelstahl, um die Lampe bei einem Sturz besser zu schützen. Dank seiner gezackten Kontur ist auch im Kopfstand ersichtlich, ob die Lampe eingeschaltet ist. Drei eingebette Kugeln aus Siliziumnitrid ermöglichen es, die Lampe als Glasbrecher einzusetzen. Diese sorgen allerdings dafür, dass die Lampe beim Kopfstand etwas unsicher steht.
Seitlich am Kopf sind die SET-Taste sowie Statusanzeigen für Helligkeit und Ladestand zu erkennen, auf die ich später im Abschnitt „Bedienung“ genauer eingehen werde. Der eckige Ring hindert die Lampe zuverlässig am Wegrollen.
Mit der groben Textur des Akkurohrs ist auch unter feuchten Bedingungen eine hervorragende Griffsicherheit gegeben. Die rapezförmigen Ringe sind von spiralförmigen Kerben durchzogen. Die Oberfläche ist deutlich zu spüren, hat jedoch keine scharfen Kanten oder spitze Ecken.
Die Tailcap ist nicht rotationssymmetrisch. Bei zylindrischen Lampen ist das eher ungewöhnlich, da sich die Gewinde meist nur mit erheblichem Aufwand so herstellen lassen, dass alle Teile exakt zueinander ausgerichtet sind. Nitecore hat jedoch auf dieses Detail geachtet: Wird die Tailcap festgezogen, ist sie perfekt zum Lampenkopf ausgerichtet.
Ein O-Ring dichtet die Tailcap gegen Wasser ab. Das Gewinde läuft sauber und kam gut geschmiert bei mir an.
Eine taktische Lampe muss auch unter widrigen Bedingungen zuverlässig arbeiten. Die P27iX ist nach IP68 bis zu einer Tiefen von zwei Metern gegen Wasser geschützt. Zudem soll sie Stürze aus einer Höhe von bis zu zwei Metern überstehen.
Die Verarbeitung macht auf mich einen hervorragenden Eindruck. Die Ecken und Kanten sind sorgfältig entgratet, nur die schwer erreichbare Innenseite der Löcher für die Handschlaufe ist scharfkantig.
Stromversorgung
Für den Betrieb der Lampe ist ein spezieller Li-Ion Akku mit der Bezeichnung „NL2155HPi“ erforderlich. Er unterscheidet sich von normalen 21700-Akkus dadurch, dass er auf beiden Seiten sowohl über einen Plus- als auch einen Minuspol verfügt.
Notwendig ist diese Konstruktion, da nicht nur der Lampenkopf und die Tailcap mit Strom versorgt werden müssen, sondern wegen der Hecktaster auch eine Kommunikation zwischen beiden Seiten notwendig ist. Ein doppelwandiges Akkurohr, wie man es gelegentlich bei anderen Lampen findet, war in diesem Fall möglicherweise nicht ausreichend. Der Kontakt zum Akku wird auf beiden Seiten über Federkontakte hergestellt.
Aus irgendeinem Grund scheinen CR123A-Batterien in manchen Berufsgruppen weiterhin weit verbreitet zu sein. Mit dem mitgelieferten Adapter lässt sich die Lampe auch mit zwei CR123A-Batterien in Reihe betreiben, dann allerdings mit reduzierter Leistung. Wichtig ist, dass es sich um zwei identische Batterien mit gleichem Ladestand handelt.
Leider passen 18650-Akkus nicht in den Adapter, da der Innendurchmesser nur 17 mm beträgt. Aber vielleicht lässt sich etwas Ähnliches selbst basteln.
Über einen integrierten USB-C Anschluss kann der Akku direkt in der Lampe geladen werden. Zwar funktioniert das Laden auch mit einem einfachen 5 V Netzteil, die volle Ladegeschwindigkeit erhält man jedoch mit einem PD-Netzteil: In meinem Test war der Ladevorgang bei 9 V und bis zu 18 W schon nach 1:50 h abgeschlossen. Der Ladefortschritt wird über vier LEDs neben dem Seitentaster angezeigt.
Eine klappbare Metallabdeckung schützt den Ladeanschluss vor Verschmutzungen. Der USB-Anschluss selbst ist vermutlich bereits intern gegen eindringendes Wasser abgedichtet. Diese Lösung gefällt mir deutlich besser als die sonst häufig verwendeten Silikonabdeckungen, da sich der Klappdeckel wesentlich komfortabler öffnen und schließen lässt. Der Klappmechanismus ist gefedert und rastet in geschlossener und geöffneter Stellung ein.
Während des Ladens kann die Lampe – mit Ausnahme der hellste Stufen „Search“ und „Lumin Shield“ – normal genutzt werden. Eine Powerbank-Funktion ist in der Lampe nicht integriert.
Befestigung
An der Tailcap befinden sich zwei kleine Ösen zur Befestigung einer Handschlaufe. Leider sind die inneren Ränder recht scharfkantig, sodass sich die Schnur dort mit der Zeit durchscheuern könnte. In solchen Fall verwende ich normalerweise einen kleinen Schlüsselring, doch wegen des Tasters fehlt dafür der nötige Platz.
Zum Lieferumfang gehört eine „Handschlaufe“ mit integriertem USB-Ladekabel. Die USB-C Stecker an beiden Enden werden in eine Plastikkappe gesteckt, die an der Lampe verbleibt. Als Handschlaufe ist dieses Accessoire jedoch völlig ungeeignet, da der Umfang lediglich 15 cm beträgt und somit selbst für Kinderhände viel zu klein ist. Ein Umfang von 30 bis 35 cm wäre für eine Handschlaufe angemessen.
An das hintere Ende der Lampe kann ein Zweiwege-Clip gesteckt werden. Damit lässt sich die Lampe auf vielfältige Weise befestigen, beispielsweise am Gürtel, an Taschen oder Gurten eines Rucksacks.
Soll die Lampe hingegen ihren festen Platz am Gürtel erhalten und dennoch jederzeit leicht zugänglich sein, bietet sich das mitgelieferte Gürtelholster an. Die feste Kunststoffschale ist speziell auf die P27iX zugeschnitten und ermöglicht ein schnelles und komfortables Einsetzen und Entnehmen der Lampe. Auf der Rückseite befindet sich ein Clip aus Metall mit einstellbarem Stopper, wodurch sich das Holster an die jeweilige Gürtelbreite anpassen lässt.
Die offene Unterseite des Holsters verhindert, dass es bei versehentlich eingeschalteter Lampe durch Hitze beschädigt wird. Da sich das Holster nicht drehen lässt, ist es eher nicht für die freihändige Nutzung der Lampe geeignet.
Bedienung und Handhabung
Seitlich am Kopf der Lampe befindet sich ein mit „SET“ beschrifteter Taster mit kurzem Schaltweg und knackigem Druckpunkt. Mit ihm lässt sich die Lampe ähnlich wie die EX7 bedienen. Zudem wird er verwendet, um Einstellungen der Lampe zu ändern.
Das eigentliche Highlight ist jedoch die Bediengruppe am Heck der Lampe. Sie umfasst zwei Taster („MODE“ und „ENGAGE“) mit jeweils zwei Schaltstufen sowie einen Schiebeschalter für die Tastensperre („Rapid Lock“).
Im Basic Mode zeigt die Bedienung über die SET-Taste dieselben Schwächen wie bei der EX7: Ihre Funktion hängt davon ab, wie lange die Lampe bereits eingeschaltet ist beziehungsweise wie viel Zeit seit dem letzten Tastendruck vergangen ist.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | Einschalten (Low) |
| Halten | Warning Flash | |
| Ein | 1 Klick (< 3 s ein) | Helligkeit ändern (Low → Mid → High → Turbo → Aus) |
| 1 Klick (> 3 s ein) | Ausschalten | |
| Halten | Lichtbild ändern (Spot → Mix → Flood) |
Möchte man die Lampe unmittelbar nach dem Einschalten wieder ausschalten, muss man entweder drei Sekunden warten oder erst alle Helligkeitsstufen durchschalten. Soll die Helligkeit zu einem späteren Zeitpunkt geändert werden, muss die Lampe hingegen zunächst ausgeschaltet werden. Über die Bedienelemente am Heck lässt sich die Lampe jederzeit schnell und zuverlässig ausschalten: entweder durch einen kurzen Druck der MODE-Taste oder durch das Sperren über den Rapid-Lock-Schalter.
Eine Alternative stellt der Professional Mode dar: Hier entfällt das zeitabhängige Verhalten der SET-Taste, sodass jeder Tastendruck eine vorhersehbare Funktion auslöst. Zudem merkt sich die Lampe nun die zuletzt verwendete Helligkeitsstufe (Mode Memory). Der Nachteil besteht darin, dass kein direkter Zugriff auf die niedrigste Helligkeitsstufe (Low) mehr möglich ist. Das Ausschalten der Lampe durch Halten der Taste fühlt sich für mich weiterhin ungewohnt an.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | Einschalten (zuletzt genutzte Helligkeit) |
| Halten | Warning Flash | |
| Ein | 1 Klick | Helligkeit ändern (Low → Mid → High → Turbo) |
| Halten | Ausschalten | |
| Klick + Halten | Lichtbild ändern (Spot → Mix → Flood) |
Das Umschalten zwischen den beiden Betriebsarten erfolgt durch dreimaliges Drücken der SET-Taste, während die MODE-Taste gedrückt gehalten wird. Zur Bestätigung blinkt die Lampe einmal für den Basic Mode und zweimal für den Professional Mode.
Für den täglichen Einsatz spielt die Bedienung über die SET-Taste allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Deutlich häufiger wird man die beiden Tasten am Heck der Lampe nutzen, denn sie bieten einen direkten Zugriff auf vier Helligkeitsstufen und lassen sich an die persönlichen Vorlieben anpassen.
Die beiden Schaltstufen der MODE-Taste ermöglichen einen Dauer- oder Momentanbetrieb und lassen sich jeweils mit einer von zwei Helligkeitsstufen belegen. Für die erste Stufe stehen Low oder Mid zur Auswahl, für die zweite Stufe High oder Turbo. Zur Konfiguration wird zunächst die MODE-Taste in der entsprechenden Stellung gedrückt gehalten. Ein langer Druck der SET-Taste schaltet dann zwischen den beiden Helligkeitsstufen um. Die Breite des Lichtstrahls wird bei eingeschalteter Lampe durch Halten der SET-Taste angepasst und wird für jede der beiden Schaltstufen separat gespeichert.
| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | Halb drücken | Einschalten (Low/Mid) |
| Ganz drücken | Einschalten (High/Turbo) | |
| Halb gedrückt halten | Momentan Low/Mid | |
| Ganz gedrückt halten | Momentan High/Turbo | |
| Ein | Halb drücken | Zwischen den Gruppen umschalten |
| Ganz drücken | Ausschalten |
Auch die ENGAGE-Taste verfügt über zwei Schaltstufen, die sich jeweils mit den Stufen Search, Lumin Shield oder Strobe belegen lassen. Search entspricht der maximalen Helligkeit des Spotlichts, während Lumin Shield die höchste Helligkeit des Flutlichts darstellt. Beide Modi bieten eine deutlich höhere Helligkeit als die regulären Turbo-Stufen und funktionieren ausschließlich im Momentanbetrieb. Die Konfiguration erfolgt genau wie bei der MODE-Taste.
Um Aufmerksamkeit zu erhalten steht ein „Warning Flash“ Modus zur Verfügung, bei dem die Lampe mit 5 Hz blinkt. In diesem Modus wird die zuletzt genutzte Breite des Lichtstrahls verwendet. Der Strobe – zu erreichen über die ENGAGE-Taste – arbeitet mit einer variablen Frequenz von etwa 16 bis 20 Hz, wodurch die desorientierende Wirkung verstärkt werden soll.
Auch wenn die Konfigurationsmöglichkeiten recht überschaubar sind, gibt es für den Notfall eine Reset-Funktion, um alle Einstellungen auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Hierzu wird die Lampe zunächst über den Rapid-Lock-Schalter gesperrt. Danach muss die SET-Taste dreimal kurz gedrückt werden, während die ENGAGE-Taste gedrückt gehalten wird. Ein dreifaches Blinken bestätigt die Aktion.
Neben der SET-Taste befinden sich zwei Status-Anzeigen mit jeweils vier LEDs, die nach jedem Tastendruck für drei Sekunden aktiviert werden. Die blauen LEDs auf der linken Seite zeigen die aktuell gewählte Helligkeitsstufe an, während die grünen LEDs auf der rechten Seite Auskunft über den ungefähren Ladestand des Akkus geben.
| Anzeige | Ladestand |
|---|---|
| ☼☼☼☼ | 75% – 100% |
| ☼☼☼ | 50% – 75% |
| ☼☼ | 25% – 50% |
| ☼ | 10% – 25% |
| ☼ blinkend | < 10% |
Die Anzeige lässt sich durch dreimaliges Drücken der SET-Taste bei halb gedrückter MODE-Taste deaktivieren und auf die gleiche Weise auch wieder aktivieren. Die Status-LEDs werden mittels Multiplexing angesteuert, sodass insbesondere beim Bewegen der Lampe ein Flackern zu beobachten ist.
Die Bedienung mag der Beschreibung nach zunächst etwas verwirrend klingen. Im praktischen Einsatz wird man aber recht schnell merken, dass sich die Lampe völlig intuitiv bedienen lässt. Die Einstellung erfolgt einmalig entsprechend der persönlichen Vorlieben. Anschließend wird man hauptsächlich die beiden Hecktaster nutzen.
Aktuell ist meine Lampe folgendermaßen konfiguriert: Der Basic-Mode ermöglicht mir über die SET-Taste einen direkten Zugriff auf die niedrigste Helligkeitsstufe. Diese wird vor allem für entspannte Situationen eingesetzt, in denen kein „taktischer“ Zugriff erforderlich ist. Die erste Stufe der MODE-Taste aktiviert Mid im Flutlicht, die zweite Stufe Turbo im Mix. Damit stehen zwei ausgewogene, in vielen Situationen passende und für den Dauerbetrieb geeignete Helligkeitsstufen direkt zur Verfügung. Die ENGAGE-Taste ist mit den beiden hellsten Stufen Search und Lumin Shield belegt – der Strobe ist für mich nicht von Interesse.
In „taktischer Haltung“ lassen sich die Tasten am Heck sehr bequem erreichen und auch in hektischen Situationen jederzeit zuverlässig lokalisieren. Die Schalterstufen lassen sich gut voneinander unterscheiden, allerdings ist mir die ENGAGE-Taste etwas zu empfindlich. Laut Produktbeschreibung bestehen alle Tasten aus Edelstahl.
| Taste | Betätigungskraft |
|---|---|
| SET | 800 cN |
| MODE Stufe 1 | 1000 cN |
| MODE Stufe 2 | 1900 cN |
| ENGAGE Stufe 1 | 200 cN |
| ENGAGE Stufe 2 | 450 cN |
| Rapid Lock | 750 cN |
Besonders gut gefällt mir die „Rapid Lock“ genannte Tastensperre. In der oberen Position schaltet der Schiebeschalter die Lampe aus und sperrt sämtliche Tasten, sodass ein versehentliches Einschalten zuverlässig verhindert wird. Gleichzeitig ist der Zustand der Tastensperre jederzeit klar ersichtlich und leicht zu ändern.
Der Schalter arbeitet mit einem Magnetsensor, sodass seine Funktion durch einen starken Magneten gestört werden kann. Dadurch lässt sich die Lampe entweder ausschalten oder die Tastensperre vorübergehen deaktivieren. Für die normale Nutzung sehe ich darin keinen Nachteil.
Für die SET-Taste ist eine andere Haltung erforderlich, was gegebenenfalls ein Umgreifen nötig macht. Wenn es schnell gehen muss, sind die Hecktaster aber vollkommen ausreichend.
Lichtbild
Bei den LEDs handelt sich um eine Eigenentwicklung von Nitecore mit dem Namen „M515S“. Somit sind sie bei keinem anderen Hersteller zu finden. Die Besonderheit: Sie bestehen aus fünf eng beieinander liegenden Leuchtflächen, die in zwei Gruppen getrennt voneinander angesteuert werden können. Dadurch lässt sich die effektive Leuchtfläche und somit das Lichtbild variabel anpassen.
In der P27iX sind vier M515S-LEDs in einem leicht texturierten Quad-Reflektor verbaut, der von einem Glas mit „magentafarbener“ Antireflexbeschichtung geschützt wird. In der Vergangenheit haben sich bei diesem Setup zwei Kanäle mit unterschiedlich großen LEDs bewährt. Eine LED mit anpassbarer Leuchtfläche hätte ich eher in einem Einzelreflektor erwartet. Beispiele dafür sind die Nitecore EDC33 und EDC35, in denen die UHi 20 MAX beziehungsweise UHi 40 MAX bereits erfolgreich zum Einsatz kamen.
Das Licht hat eine Farbtemperatur von rund 5500 K mit einer neutralen Färbung. Zwischen Spot und Spill ist ein leichter Farbunterschied erkennbar, der aber nicht weiter stört. In Search und Lumin Shield wirkt das Licht geringfügig kühler.
Durch die Form des Reflektors sowie die hervorstehenden Zacken des Bezels entstehen im Spill deutlich sichtbare Schatten. Diese fallen jedoch nur auf gleichmäßigen Flächen auf. Im realen Einsatz sind sie kaum noch wahrnehmbar.
In der Praxis fällt der Unterschied zwischen Spot und Flood geringer aus, als zunächst erwartet. In der Reichweite lässt sich eine deutliche Veränderung erkennen, aber in allen Einstellungen sind sowohl Spot als auch Spill wahrnehmbar. Ein etwas stärker ausgeprägter Effekt – idealerweise mit stufenloser Einstellung – wäre schön gewesen.
Am eindrucksvollsten sind die Modi „Search“ und „Lumin Shield“. Search entspricht dabei der Maximalleistung im Spot-Modus und erreicht laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 430 Metern. Im Lumin Shield wird die Lampe auf maximaler Gesamtleistung betrieben und erzeugt mit bis zu 5000 Lumen einen breiten und hellen Lichtteppich.
Spot Mix Flood Search Lumin Shield
Spot Mix Flood Search Lumin Shield
Spot Mix Flood Search Lumin Shield Reference
Treiber und Laufzeit
Nitecore beschreibt den Treiber als „highly efficient constant current circuit”, ohne genauer ins Detail zu gehen. Basierend auf meinen Beobachtungen gehe ich davon aus, dass es sich um einen Buck-Treiber handelt. Die vom Hersteller angegebenen Helligkeiten und Laufzeiten beziehen sich auf die maximale Leistung zu Beginn und berücksichtigen ausdrücklich keine Temperaturregelung, sodass sich in der Praxis abweichende Werte ergeben können.
| Modus | Helligkeit¹ | Laufzeit¹ | Intensität¹ (Reichweite²) ³ | |
|---|---|---|---|---|
| Lumin Shield | 5000 lm | 22500 cd | (300 m) | |
| Search | 2500 lm | 46320 cd | (430 m) | |
| Turbo | 1500 lm | 2:30 h | 22800 cd 15750 cd 8100 cd | (302 m) (251 m) (180 m) |
| High | 400 lm | 6 h | 6642 cd 3249 cd 1806 cd | (163 m) (114 m) (85 m) |
| Mid | 80 lm | 25 h | 1024 cd 600 cd 272 cd | (64 m) (49 m) (33 m) |
| Low | 15 lm | 100 h | 240 cd 100 cd 49 cd | (31 m) (20 m) (14 m) |
In meinen Messungen habe ich mir aus Zeitgründen auf die Mischung aus Spot und Flood beschränkt. Laut Spezifikation und meinen Erfahrungen mit der EX7 gibt es zwischen den verschiedenen Lichtbildern nur geringfügige Unterschiede.
Mit ausreichender Kühlung ist der Turbo nahezu dauerbetriebsfest. Die übrigen Stufen laufen mit konstanter Helligkeit. Mit sinkendem Ladestand des Akkus wird die Helligkeit gegen Ende der Laufzeit schrittweise reduziert, bis sich die Lampe schließlich ganz abschaltet. Anschließend kann sie für eine gewisse Zeit noch in der niedrigsten Helligkeitsstufe weiterbetrieben werden.
In Search und Lumin Shield ist die Laufzeit pro Aktivierung auf 25 beziehungsweise 20 Sekunden begrenzt. Nach einigen Wiederholungen greift zudem eine Temperaturüberwachung ein und reduziert die Leistung bereits vor Ablauf dieser Zeit.
Dank der Temperaturregelung wird die Helligkeit immer nur soweit wie nötig reduziert, um jederzeit die höchstmögliche Helligkeit bereitzustellen. Dabei erreicht die Lampe eine Temperatur von etwa 55 °C.
Erwartungsgemäß konzentriert sich die Wärmeentwicklung zunächst auf den Kopf, breitet sich mit zunehmender Dauer jedoch auch auf die übrige Lampe aus. Da der Kopf bei wiederholter Aktivierung von Lumin Shield Temperaturen von bis zu 70 °C erreichen kann, ist etwas Vorsicht geboten, um Verbrennungen zu vermeiden.
Wärmebilder mit Zoyi ZT-R02
Alle Helligkeitsstufen werden ohne PWM geregelt, jedoch lässt sich mit dem Oszilloskop je nach Modus eine unterschiedlich starke Restwelligkeit feststellen. Die Frequenz beträgt etwa 25 bis 66 kHz und ist somit für das menschliche Auge nicht zu erkennen.
Aufgrund der Konstruktion der Lampe und des verwendeten Spezialakkus war es mir leider nicht möglich den Strom zu messen. Unter Berücksichtigung der maximalen Helligkeit ist jedoch davon auszugehen, dass er etwas niedriger als bei der EX7 ausfällt und im Maximum etwa 15 bis 17 A betragen dürfte. Aus demselben Grund konnte auch die Abschaltspannung zum Schutz vor Tiefentladung nicht exakt bestimmt werden.
Fazit
Die taktisch ausgerichtete Nitecore P27iX überzeugt mit einem durchdachten Bedienkonzept sowie ungewöhnlichen LEDs. Die mehrstufigen Hecktaster ermöglichen einen direkten Zugriff auf vier Helligkeitsstufen, während ein Schiebeschalter die Lampe zuverlässig gegen unbeabsichtigtes Einschalten sichert. Lediglich die SET-Taste am Lampenkopf erfordert eine gewisse Eingewöhnung. Hervorzuheben sind zudem die Ladestandsanzeige sowie der USB-Ladeanschluss mit klappbarer Abdeckung.
Die Breite des Lichtstrahls lässt sich in drei Stufen anpassen – ein praktisches, wenn auch nicht zwingend notwendiges Feature. Neben den vier regulären Helligkeitsstufen stehen mit Search und Lumin Shield zwei besonders helle Modi zur Verfügung. Die Tastenbelegung lässt sich teilweise an die persönlichen Vorlieben anpassen.
Einen großen Nachteil sehe ich im verwendeten Spezialakku. Eine Konstruktion, die mit handelsüblichen 21700-Akkus funktioniert, hätte mir deutlich besser gefallen. Der NL2155HPi ist mit über 30 € nicht nur teuer, auch eine langfristige Verfügbarkeit ist nicht gewährleistet.
Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.