Armytek Predator Pro Max
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Armytek arbeitet derzeit an einer Neuauflage ihrer taktischen Taschenlampen. Die neuen Modelle mit dem Namenszusatz „Max” setzen auf größere 21700-Akkus und ermöglichen dadurch längere Laufzeiten. Gemeinsam mit leistungsstärkeren LEDs konnte auch die Helligkeit erhöht werden.
Eines dieser neuen Modelle ist die Armytek Predator Pro Max, deren Vorgängerversion ich bereits vor einigen Jahren vorgestellt hatte. Neben größerem Akku und anderer LED gibt es auch noch weitere Veränderungen.
Lieferumfang und Hardware
Geliefert wird die Predator Pro Max nicht klassisch in einem Karton, sondern in einem kleinen Kunststoffkoffer. Auch wenn die Lampe keine derart robuste Transportbox nötig hat, dürfte sich für den Koffer dennoch eine praktische Verwendung finden lassen.
- Armytek „APB-21700-50“ 21700 Li-Ion Akku
(5000 mAh, geschützt, flat-top, 75,3 mm lang, bei Lieferung 3,53 V) - Clip
- Holster
- Handschlaufe mit Schlüsselring und Karabiner
- Tactical Ring
- Magnetischer Ladeadapter
- 2× Ersatz-O-Ring
- 18650-Adapter
- Bedienungsanleitung (EN, DE, FR, RU, FI, SV, NO, PL)
- Koffer mit Karabinerhaken
Die Bedienungsanleitung liegt nun in einer für den europäischen Markt angepassten Sprachauswahl vor. Inhaltlich wurde sie jedoch deutlich reduziert und beschreibt lediglich die Bedienung in knapper Form. Technische Daten und Spezifikationen finden sich ausschließlich auf dem Koffer.
Stellt man die beiden Lampen nebeneinander, lässt sich die Verwandtschaft noch erahnen. Doch im Detail gibt es einige Unterschiede: ein kantigerer Kopf mit deutlichen Kühlrippen, ein zusätzlicher Seitentaster und eine leicht veränderte Tailcap.
In ihrer Größe unterscheiden sich die beiden Generationen nur geringfügig voneinander. Insbesondere der Durchmesser ist an den kritischen Stellen – Bezel, Akkurohr und Tailcap – identisch, sodass vorhandenes Zubehör weiterhin kompatibel ist (beispielsweise Diffusor, Halterung oder Kabelfernbedienung).
| Predator Pro | Predator Pro Max | |
|---|---|---|
| Länge: | 160 mm | 165 mm |
| Durchmesser (Kopf): | 41,0 mm | 41,0 mm |
| Durchmesser (Akkurohr): | 25,4 mm | 25,4 mm |
| Durchmesser (Tailcap): | 25,4 mm | 25,4 / 29,2 mm |
| Gewicht (ohne Akku): | 137 g | 168 g |
| Gewicht (Akku): | 47 g | 74 g |
| Gewicht (gesamt): | 184 g | 242 g |
Eine beachtliche Leistung, schließlich ist der Akku drei Millimeter dicker und das Akkurohr doppelwandig aufgebaut (dazu später mehr). Beim Gewicht ist der Unterschied allerdings deutlich zu spüren.
Bezogen auf die Länge bewegte sich die frühere Predator Pro trotz des 18650-Akkus im Bereich vieler 21700-Lampen. Die neue Predator Pro Max passt mit ihrem 21700-Akku nun besser in dieses Segment, zählt jedoch weiterhin zu den längeren Vertretern dieser Klasse.
Klarus XT21X Pro | Armytek Predator Pro | Armytek Predator Pro Max | Nitecore P27iX | Nextorch TA30C Max
Durch die raue Oberfläche hat man auch mit feuchten Händen noch einen sicheren Griff, ganz ohne kratziges Knurling. Sie erinnert ein wenig an eine Kreidetafel. Nur macht es die Reinigung der Lampe etwas schwieriger.
Die Front wird durch einen schwarzen Edelstahlbezel geschützt, dessen gewellte Form einen taktischen Eindruck vermittelt. Gleichzeitig lässt sich dadurch erkennen, ob die Lampe eingeschaltet ist, wenn sie auf dem Kopf steht.
Neu bei dieser Generation ist ein Taster seitlich am Kopf der Lampe. Früher musste zur Einstellung der Helligkeit der gesamte Kopf mehrfach gelockert und wieder festgezogen werden. Leider hat Armytek auf die markante gelbe Farbe des Tasters verzichtet, die bei vielen anderen Modellen verwendet wird.
An der Tailcap befindet sich eine winzige Öse zur Befestigung einer Handschlaufe. Eine ausreichend dünne Schnur dürfte innerhalb kurzer Zeit durchgescheuert sein, weshalb ich dringend zur Nutzung eines kleinen Schlüsselrings rate. Praktischerweise ist ein passender Ring bereits im Lieferumfang enthalten.
Auf Wunsch kann der mitgelieferte Clip an der Lampe befestigt werden. Das Befestigen des Clips ist etwas schwergängig und dürfte sichtbare Kratzer an der Lampe hinterlassen, weshalb ich bislang darauf verzichtet habe.
Für ein flexibleres und bequemeres Handling lässt sich zudem ein „Tactical Ring“ verwenden. Die Montage erfordert allerdings einiges an Kraft und Geduld. Zuvor sollten die O-Ringe entfernt werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Eine Aussparung im Ring ermöglicht es, ihn gemeinsam mit dem Clip zu nutzen.
Gleichzeitig wird die Taschenlampe durch den Tactical Ring am Wegrollen gehindert. Ohne ihn setzt sie sich auf ebener Fläche leicht in Bewegung.
In dem mitgelieferten Holster kann die Lampe sicher und geschützt transportiert und getragen werden. Es wird mittels Klett verschlossen und bietet an der Seite noch eine extra Schlaufe für einen Ersatzakku. Leider wird der Hecktaster nicht gegen versehentliches Betätigen geschützt. Eine passende Ausstülpung oder eine Kappe, wie beispielsweise bei der Klarus XT21X Pro, wäre sinnvoll gewesen.
Das Holster kann entweder über eine feste Schlaufe getragen werden, durch die der Gürtel gezogen wird, oder über eine zweite Schlaufe mit Druckknopf und Klettverschluss befestigt werden. Dadurch ist es auch MOLLE-kompatibel. Ergänzt wird das Ganze durch einen zusätzlichen D-Ring.
Gleich zwei O-Ringe vor dem hinteren Gewinde sorgen für die Abdichtung der Lampe gegen Wasser. Der Kontakt zum Akku wird über eine kräftige Feder hergestellt. Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde der Aufbau der Tailcap leicht überarbeitet: Die Elektronik wird nicht mehr durch einen eingeschraubten Sicherungsring fixiert. Stattdessen besteht die Tailcap nun aus zwei miteinander verschraubten und zusätzlich verklebten Hälften. Neu hinzugekommen ist außerdem ein Federring.
Dieser Federring stellt den Kontakt zum inneren Akkurohr her, denn das Akkurohr ist nun doppelwandig aufgebaut. Das innere Rohr ist direkt mit dem Pluspol des Akkus verbunden und kann so die Elektronik in der Tailcap mit Strom versorgen.
Ich habe einige Bedenken bezüglich der Sicherheit dieser Konstruktion. Zum einen liegen Plus- und Minuspol sehr dicht beisammen, wodurch sich bei eingelegtem Akku und abgenommener Tailcap leicht ein Kurzschluss verursachen lässt. Auch ein beschädigter Schrumpfschlauch des Akkus könnte in Verbindung mit einer beschädigten Anodisierung des Akkurohrs zu einem katastrophalen Kurzschluss führen. Hinzu kommt, dass der Abstand zwischen dem Federring – also dem positiven Pol – und dem negativen Gehäuse lediglich rund ein Zehntel Millimeter beträgt. Die vorherige Generation der Lampe kam noch mit einem einfachen Akkurohr aus, sodass mir die Änderung unnötig erscheint.
Kopf und Akkurohr sind bei diesem Modell fest miteinander verklebt. Auch im Kopf befindet sich eine Feder. Die Lampe unterstützt sämtliche Varianten von 21700-Akkus – unabhängig davon, ob sie geschützt oder ungeschützt. Mit dem mitgelieferten Adapter lassen sich darüber hinaus auch 18650-Akkus oder zwei in Reihe geschaltete CR123A-Batterien verwenden.
Die kleine Metallkappe auf dem Schaltergummi sowie der blanke Ring dienen als Ladekontakte. Dadurch kann auf einen wasser- und schmutzanfälligen USB-Anschluss verzichtet werden. Das Laden funktioniert allerdings ausschließlich mit dem mitgelieferten USB-Ladeadapter.
Man braucht den Adapter nur in die Nähe der Ladekontakte bringen, wo er durch den Magneten von selbst in die richtige Position springt. Einfacher geht es kaum. Die Tailcap muss zum Laden festgezogen sein. Ist die Lampe beim Verbinden des Ladeadapters eingeschaltet, schaltet sie sich zunächst ab – und eine Sekunde später wieder ein. Der Ladevorgang wird nur gestartet, wenn die Akkuspannung niedriger als etwa 4 V ist.
Zwei LEDs im Ladeadapter zeigen den aktuellen Status an: Rot bedeutet Laden, Grün heißt fertig (oder keine Lampe angeschlossen). Auf dem Foto sind die beiden LEDs zur besseren Veranschaulichung dank einer Langzeitbelichtung gleichzeitig zu sehen.
Durch den neuen, leistungsstärkeren Ladeadapter wird der Akku mit bis zu 2 A geladen, wodurch der Ladevorgang nach rund zweieinhalb Stunden abgeschlossen ist. Der Ladeverlauf ist dabei etwas ungewöhnlich, weil er alle zehn Minuten – später auch häufiger – kurz unterbrochen wird. So ein Verhalten habe ich bislang nur bei Armytek beobachtet.
Ein wichtiger Aspekt ist die Robustheit: Armytek verspricht, dass die Lampen auch widrigen Bedingungen trotzen. So ist die Predator Pro nach IP68 bis zu einer Tiefe von 25 Metern für mindestens fünf Stunden wasserdicht. Zudem soll sie Stürze aus einer Höhe von bis zu 25 Metern überstehen. Die Verarbeitung macht einen hervorragenden Eindruck, allerdings gibt es ein paar scharfe Kanten an den Kühlrippen und dem silbernen Kontaktring an der Tailcap.
Bedienung und Funktion
Die Predator Pro Max wird über einen elektronischen Taster an der Tailcap bedient, der sich wie ein Forward-Clicky verhält. Halb gedrückt wird das Momentanlicht aktiviert, das nur solange eingeschaltet bleibt, wie der Taster gehalten wird. Wird der Taster vollständig durchgedrückt, bleibt das Licht bis zum nächsten Tastendruck dauerhaft eingeschaltet.
Es handelt sich dabei nicht um einen mechanischen Schalter, sondern um einen zweistufigen Taster mit eigener Schaltung in der Tailcap. Bei der Betätigung gibt es kein lautes Klicken, sondern nur ein leicht spürbares Knacken. Dadurch lässt sich die Lampe fast geräuschlos bedienen. Das Druckgefühl ist angenehm und durch seine exponierte Lage ist der Taster zuverlässig und schnell zu finden. Leider passiert es dadurch auch sehr leicht, dass die Lampe unbeabsichtigt eingeschaltet wird.
Für die Wahl der Helligkeit besitzt die Lampe nun einen separaten Seitentaster. Beim Vorgängermodell musste hierfür noch der gesamte Kopf mehrfach gelockert und wieder festgezogen werden. Grundsätzlich könnte der zusätzliche Taster daher eine sinnvolle Verbesserung darstellen, da er die Bedienung mit nur einer Hand ermöglicht. Allerdings sind Form und Position so ungünstig gewählt, sodass er selbst ohne Handschuhe nur schwer zu ertasten ist. Auch optisch hebt sich der schwarze Taster kaum vom ebenfalls schwarzen Gehäuse ab. Im Dunkeln wird die Einstellung der Helligkeit also schnell zur Geduldsprobe.
Ein kurzer Druck auf den Seitentasters wechselt bei eingeschalteter Lampe durch die Stufen Main 1, Main 2 und Turbo. Hält man den Seitentaster beim Einschalten gedrückt, aktiviert man den Firefly Modus. Durch einen schnellen Doppelklick des Hecktasters gelangt man zu dem Strobe-Modus (mit einer festen Frequenz von 15 Hz).
Es gibt zwei Einstellungen, mit denen sich die Bedienung an die persönlichen Vorlieben anpassen lässt. So kann der Strobe-Modus aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden, indem der Seitentaster bei eingeschalteter Lampe fünf Sekunden lang gedrückt gehalten wird, bis die Lampe einmal blinkt. Wird der Taster insgesamt zehn Sekunden gehalten, lässt sich der Mode-Memory ein- oder ausschalten. Bei aktiviertem Mode-Memory schaltet sich die Lampe in der zuletzt genutzten Helligkeit ein, andernfalls immer im Turbo.
Die weniger taktischen Modelle von Armytek haben im Taster eine Akkuanzeige integriert. Hinter der gelben Abdeckung befindet sich dort eine Status-LED, welche den Ladestand durch ein kurzes Blinken in Grün, Orange oder Rot signalisiert. Bei der Predator Pro Max hat Armytek leider auf dieses praktische Feature verzichtet. Man weiß also nie, wie voll der Akku noch ist. Erst wenn der Akku fast leer ist, blinkt die Lampe nach dem Einschalten einmal kurz mit dem Hauptlicht.
Die weit auseinander liegenden Taster haben den Nachteil, dass man zum Einschalten der Lampe und zum Ändern der Helligkeit umgreifen muss. Solange man die Lampe nur auf höchster Helligkeit nutzen möchte und die anderen Modi nur in Ausnahmefällen benötigt, lässt sie sich über den leicht erreichbaren Heckschalter sehr bequem bedienen. Andernfalls wäre es aber von Vorteil, wenn die Taster dichter beisammen liegen würden.
Lichtbild
In der Predator Pro Max ist eine kaltweiße Luminus SFT-70 verbaut. Die Farbwiedergabe ist erwartungsgemäß mittelmäßig und der Spot hat auf niedriger Stufe einen ganz leichten Grünstich. Beides ist bei einer taktischen Lampe aber nicht wirklich von Bedeutung. Die Glasscheibe ist mit einer grünen Antireflexbeschichtung versehen.
Der glatte Reflektor fällt im Vergleich zum Vorgängermodell um fast ein Drittel kürzer aus, was sich in einem etwas flutigeren Lichtbild bemerkbar macht. Auf direkte Vergleichsfotos habe ich verzichtet, da meine ältere Predator Pro mit einer warmweißen Cree XHP35.2 HI und hohem CRI ausgestattet ist und sich der Eindruck dadurch ohnehin deutlich unterscheidet.
Der Spot ist sehr eng und von einer hellen Corona umgeben. Der Spill ist gleichmäßig und zum Rand hin klar abgegrenzt.
Für den Einsatz in Innenräumen eignet sich die Predator Pro Max daher nur eingeschränkt. Im Außenbereich spielt sie ihre Stärken hingegen voll aus – insbesondere dann, wenn weiter entfernte Ziele ausgeleuchtet werden sollen, ohne dabei den Überblick im Nahbereich zu verlieren. In diesem Zusammenhang ergeben auch die optionale Kabelfernbedienung und Picatinny-Halterung einen Sinn.
Treiber und Laufzeit
Zur Art des Treibers macht der Hersteller keine konkreten Angaben, wirbt aber mit einer „leistungsstarken Elektronik“ und „voller Helligkeitsstabilisierung“.
| Modus | Helligkeit¹ | Laufzeit¹ | Intensität¹ (Reichweite²) |
|---|---|---|---|
| Turbo | 3000 / 920 lm | 1,5 min + 1:54 h | 87 025 cd (590 m) |
| Main 2 | 660 / 230 lm | 3:10 h + 25 min | |
| Main 1 | 230 lm | 12 h | |
| Firefly | 9 lm | 10 d |
Die Regelung der Helligkeit ist hervorragend und bleibt über einen Großteil der Laufzeit konstant. Wenn die Helligkeit am Ende abnimmt, hat man noch etwa eine Stunde Reserve.
Im Turbo wird die volle Helligkeit rund 90 Sekunden lang gehalten und sinkt dann für die restliche Zeit auf etwa 30% ab. Die Temperatur steigt dabei kurzzeitig auf etwa 55 °C an, sinkt jedoch im Anschluss wieder langsam ab und stabilisiert sich bei ungefähr 35 °C. Es scheint also eine Überwachung der Temperatur, aber keine richtige Temperaturregelung zu geben.
Ungekühlt werden am Kopf für kurze Zeit sogar 60 °C erreicht. Also aufpassen, dass man sich nicht die Hände verbrennt. Eine Gefahr für die Lampe oder den Akku besteht jedoch nicht.
Wärmebilder mit Zoyi ZT-R02
Alle Helligkeitsstufen werden ohne PWM geregelt und auch eine Restwelligkeit lässt sich mit dem Oszilloskop nicht erkennen messen. Leider war es mir aufgrund des doppelten Akkurohrs nicht möglich, einen zuverlässigen Kontakt herzustellen um den Strom zu messen. Aus demselben Grund konnte ich auch die Spannung nicht genau ermitteln, bei der die Lampe abschaltet um den Akku vor Tiefentladung zu schützen. Am Ende der Laufzeitmessungen lag die Akkuspannung jedoch jeweils knapp unter 3 V.
Fazit
Die Armytek Predator Pro Max trägt ihren Namen zu Recht: Im Vergleich zu ihrem Vorgängermodell ist sie heller, hat eine längere Laufzeit und leuchtet weiter – und das bei nahezu identischer Größe. Neu ist auch der Seitentaster, der ein Lockern und Festziehen des Kopfes zur Änderung der Herstellung überflüssig macht. Geblieben sind der elektronische Heckschalter sowie das praktische Magnetladesystem.
Möchte man die Lampe jedoch nicht nur bei voller Leistung betreiben, kann die Bedienung schnell zu einer Geduldsprobe werden: Im Dunkeln ist der Seitentaster zum Ändern der Helligkeit kaum zu finden, da er sich weder farblich noch durch seine Form deutlich vom Gehäuse abhebt.
Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.