28 Februar 2026 16:35

Vastlite Minima Bow LED

Beitrag

Bei der im vergangenen Sommer von mir vorgestellten Vastlite Minima Bow handelte es sich um eine der kleinsten LEP-Taschenlampen auf dem Markt. Trotz ihrer geringen Größe erzielt sie mit ihrem stark gebündelten Lichtstrahl eine Reichweite, die man einer so kleinen Lampe kaum zutrauen würde.

Nun ist die Vastlite Minima Bow LED erschienen, die allerdings trotz des ähnlichen Namens nur wenige Gemeinsamkeiten mit ihrem Schwestermodell aufweist.

Minima Bow (LEP)Minima Bow LED
Akku 16340 16340
Länge 71 mm 79 mm
Durchmesser 20 mm 20 mm
Gewicht
(mit Akku)
54 g 47 g
Bedienung Twisty Heckschalter
Helligkeitsstufen 2 4
Strobe-Modi 1 3
Lichtquelle LEP LED
Helligkeit 280 lm 800 lm
Reichweite 750 m 135 m

Lieferumfang und Hardware

Die Lampe wird in einer kleinen Pappschachtel mit Schaumstoffeinsatz und folgendem Zubehör geliefert:

  • 16340 Li-Ion Akku (850 mAh, mit USB-C Ladeanschluss, bei Lieferung 3,74 V)
  • Clip (bereits montiert)
  • 2x Ersatz-O-Ring
  • Bedienungsanleitung (EN, CN)

Die Anleitung ist kurz und bündig: Eine kleine Tabelle mit den technischen Eigenschaften, drei Sätze über die Bedienung und ein paar Worte zur Garantie und Kontaktmöglichkeiten.

Schon wegen der Namensähnlichkeit werde ich die Minima Bow LED in diesem Review immer wieder mit der zuvor erschienenen LEP-Variante vergleichen. Die LED-Version ist mit 79 mm Länge ganze 8 mm Länge, was immerhin einen Unterschied von rund 10 % bedeutet. Dafür ist die LED-Version mit 47 g ein wenig leichter.

Größe & Gewicht
Länge: 79 mm
Durchmesser: 20 mm
Gewicht (ohne Akku): 29 g
Gewicht (16340 Akku): 18 g
Gewicht (gesamt): 47 g

Es gibt natürlich auch deutlich kleinere Lampen mit 16340 Akku. Die Minima-Modelle könnte man beinahe mit 14500/AA-Lampen vergleichen. Mit geringfügig größerem Durchmesser wäre auch eine Variante mit Unterstützung für 18350-Akkus denkbar.

Vastlite Minima Bow | Vastlite Minima Bow LED | Olight S1R Baton II

Beide Varianten verwenden den gleichen Bezel mit feiner Ränderlung zur Befestigung der Optik. Die Vertiefungen am Kopf sind bei der neuen LED-Version nicht mehr tief genug, um „Leuchtstäbchen“ aufzunehmen und haben daher nur noch dekorativen Charakter.

Von der Seite betrachtet gibt es zwischen den beiden Modellen nicht mehr viele Gemeinsamkeiten – nur der Clip ist gleich geblieben. Die Aufnahme an der Lampe ist zudem nicht breit genug, sodass sich der Clip dort verklemmt und nur mit Gewalt abzunehmen ist. Ansonsten erfüllt der Clip seine Funktion.

Während die LEP-Variante durch Drehen des Kopfes bedient wurde („Twisty“), verfügt die neue LED-Version über einen mechanischen Heckschalter. Hier gibt es eine 7 × 1,5 mm große Vertiefung zur Aufnahme von optional erhältlichen „Leuchtstäbchen“.

Zwei Erhöhungen um den Taster ermöglichen einen Tailstand der Lampe und schützen den Schalter gleichzeitig gegen unbeabsichtigte Betätigung. Außerdem gibt es hier zwei Löcher zur Befestigung einer Handschlaufe.

Eigentlich hatte ich gehofft, das Akkurohr mit dem Heckschalter für die LEP-Version einsetzen zu können. Leider unterscheidet sich der Aufbau grundlegend: Bei der LEP-Version besteht das Akkurohr aus einem Teil und der Kopf lässt sich abschrauben. Bei der LED-Version ist das Akkurohr fest mit dem Kopf verbunden und die Tailcap lässt sich lösen.

In der Tailcap befindet sich eine Feder, treiberseitig ein flacher Metallkontakt. Neben 16340-Li-ion-Akkus werden auch CR123A-Batterien unterstützt.

Die Verarbeitung ist gut, lediglich der silberne Bezel ist recht scharfkantig. Laut Hersteller verfügt die Minima Bow LED über die Schutzart IP68 und bietet somit einen Schutz gegen dauerndes Untertauchen bei einer Wassertiefe von bis zu einem Meter. Sie soll zudem Stürze aus bis zu einem Meter Höhe überstehen (lustigerweise als „Anti-Fall“ bezeichnet).

Vastlite 16340 850 mAh

Den mitgelieferten Akku hatte ich bereits beim Test der LEP-Variante genauer vorgestellt. Es handelt sich um einen Li-Ion Akku der Größe 16340 mit einer angegebenen Kapazität von 850 mAh und integriertem USB-C Ladeanschluss. Er hat eine Länge von 35,9 mm – ist also etwas länger als ein „nackter“ 16340-Akku – und wiegt 18 g.

Während des Ladens leuchtet eine rote LED neben dem positiven Pol. Bei diesem Exemplar dauert der Ladevorgang mit 190 Minuten rund eine halbe Stunde länger.

Bedienung und Funktion

Die frühere LEP-Version wurde durch Lockern und Festziehen des Kopfes gesteuert. Bei der neuen LED-Version kommt ein Heckschalter zum Einsatz, der sich einhändig etwas leichter bedienen lässt – die Lampe aber auch länger macht.

Er besteht aus silbern anodisiertem Aluminium. Wird er nicht ganz mittig gedrückt, kippt er ein wenig zur Seite und kratzt leicht am Gehäuse. Für die Betätigung wird eine Kraft von etwa 1050 cN benötigt.

Der Schalter ist als sogenannter „Forward Clicky“ ausgeführt, ermöglicht also einen Momentanbetrieb, wenn er nicht komplett durchgedrückt wird. Ein Antippen bei ausgeschalteter Lampe schaltet durch die einzelnen Helligkeitsstufen Low, Medium, High und Turbo. Die Lampe muss mindestens zwei Sekunden ausgeschaltet sein, damit die Helligkeitsstufe nicht gewechselt wird. Ein direkter Zugriff auf die niedrigste oder höchste Helligkeit ist nicht möglich. Die zuletzt genutzte Helligkeit bleibt beim Ausschalten gespeichert.

Wird die Lampe auf niedrigster Stufe einmal kurz aus- und wieder eingeschaltet, aktiviert sich ein schneller Strobe mit 20 Hz. Mit jedem weiteren kurzen Aus- und Einschalten wechselt man zu einem „SOS“ (die Pausen fehlen zwischen den Wiederholungen) und einem schönen Beacon. Der zuletzt genutzte Modus wird leider nicht gespeichert. In der Praxis ist der Strobe etwas zu kompliziert zu erreichen, um wirklich nützlich zu sein. Ist man beim Verstellen der Helligkeit zu schnell, landet man zudem leicht versehentlich im Strobe-Modus.

Durch leichtes Lockern der Tailcap lässt sich die Lampe gegen versehentliches Einschalten sichern. Eine Anzeige des Ladestands ist nicht vorhanden. Bei niedrigem Akkustand blinkt die Lampe jedoch beim Einschalten einige Male kurz.

Lichtbild

Die verbaute LED wird lediglich als „High Quality LED“ bezeichnet – weitere Details nennt der Hersteller nicht. Es handelt sich um eine kaltweiße LED mit Dome ohne sichtbare Unterteilungen in der Phosphorschicht.

Der Beam wird durch einen texturierten („Orange Peel“) Reflektor geformt, der durch ein Glas mit bläulicher Antireflexbeschichtung geschützt ist. Das Lichtbild weist um den Spot eine breite Corona mit deutlich gelblich-grüner Färbung auf.

Die Lichtverteilung ist gut für eine EDC-Lampe geeignet und universell einsetzbar. Durch den breiten Spot und den hellen Spill ist die Lampe auch im Nahbereich gut nutzbar. Große Reichweiten kann sie nicht erzielen, aber das sollte man bei einer Lampe dieser Größe auch nicht erwarten.

Treiber und Laufzeit

Standardmäßig wird die Minima Bow LED mit einem 16340-Li-Ion-Akku betrieben. Die Helligkeitsstufen könnten etwas besser verteilt sein. Mit 45 lm ist die niedrigste Stufe viel zu hell für eine EDC-Lampe – in absoluter Dunkelheit ist 1 lm oftmals ausreichend.

16340 Li-Ion
¹ Herstellerangabe      ² Nach ANSI FL1      ³ Messung
ModusHelligkeit¹Laufzeit¹Intensität¹ (Reichweite²)Strom³
Turbo 800 / 450 lm 3 + 35 min 4560 cd (135 m) 2,10 A
High 480 lm 0:45 h 0,96 A
Med 200 lm 3:50 h 0,33 A
Low 45 lm 11 h 0,09 A

Laut Anleitung ist auch die Nutzung von CR123A-Batterien möglich. Dies hat allerdings eine geringere Helligkeit und kürzere Laufzeit zur Folge. Mir ist zudem unklar, wie sich die niedrige Spannung dieser Batterien mit dem Tiefentladeschutz der Lampe verträgt.

CR123A
¹ Herstellerangabe
ModusHelligkeit¹Laufzeit¹
Turbo 230 lm 1:20 h
High 160 lm 1:40 h
Med 80 lm 3:20 h
Low 15 lm 13 h

Die folgenden Messungen wurden alle mit dem mitgelieferten 16340-Akku durchgeführt. Alle Laufzeiten entsprechen ziemlich genau den Herstellerangaben. Besonders gefällt mir die überwiegend gleichbleibende Helligkeit bis zum Ende der Laufzeit.

Im Turbo wird die Helligkeit für knapp zwei Minuten gehalten, bevor sie in mehreren Stufen reduziert wird. Die Temperatur erreicht dabei moderate 36 °C.

Alle Helligkeitsstufen werden ohne PWM geregelt. Mit dem Oszilloskop lässt sich in den beiden niedrigen Stufen eine minimale Restwelligkeit feststellen, die für das Auge nicht zu erkennen ist.

Sinkt die Akkuspannung auf etwa 3,25 V ab, blinkt die LED einige Male kurz. Bei Erreichen von rund 2,75 V schaltet sich die Lampe automatisch ab, um den Akku vor einer Tiefentladung zu schützen.

Fazit

Abgesehen von der Namensähnlichkeit hat die Vastlite Minima Bow LED nur wenig mit der bereits länger erhältlichen „Minima Bow“ mit Laserlichtquelle gemeinsam. Tatsächlich handelt es sich um ein weitgehend eigenständiges Modell mit klassischer LED-Technik.

Das kaltweiße Licht zeigt um den Spot eine ausgeprägte Corona mit gelblich-grünem Farbstich. Die Bedienung über den mechanischen Heckschalter gelingt größtenteils intuitiv – wären da nicht die eher unnötigen Blinkmodi, die leicht ungewollt aktiviert werden.

Mit einer anderen LED wäre die Vastlite Minima Bow LED eine attraktive EDC-Taschenlampe gewesen: etwas wärmer, ohne Farbverlauf und mit besserer Farbwiedergabe, dazu vielleicht eine kleine TIR-Optik statt dem Reflektor.

Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.

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