29 Juli 2026 21:16

Imalent BTL50

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Unter Kennern und Taschenlampen-Enthusiasten gelten Lampen mit Zoomfunktion (auch „Zoomies“ genannt) nahezu als Synonym für minderwertige Qualität und schlechte Leistung. Das liegt einerseits daran, dass es sich bei einem Großteil der schlecht verarbeiteten und zugleich überteuert angebotenen Modelle um Zoomlampen handelt. Zum anderen bringt die Konstruktionsweise solcher Lampen Nachteile mit sich, die ihre Leistungsfähigkeit einschränken. Es geht aber auch anders.

Als Alternative zu klassischen Zoomlampen gibt es beispielsweise Modelle mit mehreren LEDs hinter verschiedenen Optiken oder Lampen mit aufsteckbaren Diffusoren. Darüber hinaus gibt es innovative Technologien wie bei der Imalent BTL50, über die sich das Lichtbild komplett ohne bewegliche Teile anpassen lässt.

Lieferumfang und Hardware

Geliefert wird die BTL50 in einem festen Karton mit Magnetverschluss. Die Lampe wird von einem Schaumstoffeinsatz gehalten und das Zubehör befindet sich in einem kleinen Karton.

  • Handschlaufe
  • USB-C Ladekabel
  • Bedienungsanleitung (EN, ZH, DE, IT, AR, JA, FA, KO, TH, FR, VI, BG, RU, ES)

Die Bedienungsanleitung ist insgesamt leicht verständlich. Allerdings scheinen die verschiedenen Sprachversionen nicht auf demselben Versionsstand zu sein. So ist in der deutschen Übersetzung beispielsweise von einer „stufenloser Fokussierung vom Spot- zum Floodlicht [sic]“ die Rede, während die englische Fassung stattdessen von „allows for 4 levels adjustment of the spotlight and floodlight“ spricht.

Das Design der BTL50 hebt sich deutlich von dem vieler anderer Lampen ab und ist möglicherweise an die Optik eines Nachtsichtgeräts angelehnt. Die obere Hälfte des zylindrischen Körpers ist mit einem lederartigen Besatz versehen, der sowohl optisch als auch haptisch einen Kontrast zum matt schwarz anodisierten Aluminium bildet.

Dieser Besatz ist in vier Farben erhältlich: Schwarz, Blau, Grau und Gold. Bei meinem Exemplar in der Farbe „Gold“ wirkt die Farbe je nach Beleuchtung leicht unterschiedlich, weicht jedoch in allen Fällen deutlich von den Produktbildern ab.

Für sich genommen ist die BTL50 eine recht kompakte, wenn auch etwas dick geratene Taschenlampe. Das Gewicht von knapp 250 g ist angemessen, aber auch zu spüren. Als EDC-Lampe eignet sie sich daher nur bedingt, findet jedoch problemlos in einer Jackentasche Platz.

Größe & Gewicht
Länge: 110 mm
Durchmesser: 35 – 38 mm
Gewicht: 239 g

Berücksichtigt man hingegen die Größe des eingebauten Akkus, erscheint die Lampe in einem etwas anderen Licht. Mit einer Kapazität von lediglich 3000 mAh entspricht der Akku einem typischen 18650 Modell. Angesichts der Größe der BTL50 würde man jedoch eher einen 21700-Akku mit rund 5000 mAh erwarten.

Für eine EDC-Lampe würde der Aluminiumbezel meiner Meinung nach auch nicht genügend Schutz bieten. Er ragt lediglich einen Millimeter über das Glas hinaus, sodass es relativ schlecht vor Kratzern geschützt ist und bei Stürzen leicht brechen kann. Allerdings sehe ich keinen großen Nachteil darin. Die BTL50 richtet sich vor allem an Nutzer, die Wert auf ihre technischen Eigenschaften legen und die Lampe entsprechend sorgfältig behandeln. Schließlich übersteht auch ein Smartphone den Alltag in den meisten Fällen unbeschadet.

Die Bedienung erfolgt über einen Drehschalter und einen Taster am Lampenende. Auch eine Status-LED ist dort zu finden. Insgesamt bietet die Lampe ein sehr konsistentes, leicht futuristisch angehauchtes und elegantes Design.

Auf der abgeflachten Unterseite befinden sich drei Erhebungen, die wie Tasten wirken und so den an ein Nachtsichtgerät angelehnten Charakter der Lampe unterstreichen. Darüber hinaus erfüllen sie keine Funktion. Ein verschenktes Potenzial, denn dieser Bereich wäre ideal geeignet gewesen, um einen integrierten Clip unterzubringen.

Die einzige Befestigungsmöglichkeit sind zwei Löcher am hinteren Ende der Lampe, durch die sich eine Handschlaufe fädeln lässt. Damit könnte man sich die BTL50 beispielsweise um den Hals hängen. Ein passendes Gürtelholster wäre eine schöne Ergänzung gewesen.

Die BTL50 verfügt über einen fest verbauten Li-Ion-Akku mit einer Kapazität von 3000 mAh. Er lässt sich über einen USB-C Anschluss auf der abgeflachten Seite aufladen.

Der Anschluss wird durch eine Abdeckung aus Silikon vor Wasser und Schmutz geschützt. Sie lässt sich leicht öffnen und schließen, hält im geschlossenen Zustand jedoch zuverlässig. Da sie bündig mit dem Gehäuse abschließt, ist ein unbeabsichtigtes Öffnen eher unwahrscheinlich.

An einem 5 V USB-Netzteil betrug der Strom in meinen Tests bis zu 2,75 A, bei 9 V wurden rund 1,4 A erreicht. (Laut Bedienungsanleitung sind sogar bis zu 12 V möglich. Der maximale Ladestrom am Akku soll 4,8 A betragen.) In beiden Fällen ist der Akku bereits nach etwas mehr als einer Stunde wieder vollständig geladen. Der Ladefortschritt wird durch die Status-LED neben dem Taster angezeigt: Während des Ladevorgangs blinkt sie rot, bei vollständig geladenem Akku wechselt sie auf Grün. Beim Anschließen des Ladekabels schaltet sich die Lampe automatisch ab und kann während des Ladevorgangs nicht genutzt werden.

Die BTL50 erfüllt laut Hersteller die Schutzart IP56. Damit besteht ein „Schutz gegen starkes Strahlwasser“, was in der Praxis meist „kann auch im Regen genutzt werden“ bedeutet. Unter Wasser tauchen sollte man die Lampe jedenfalls nicht. Zudem soll sie Stürze aus einer Höhe von bis zu einem halben Meter überstehen. In früheren Versionen der Bedienungsanleitung wurde noch die Schutzart IP68 und eine maximale Fallhöhe von einem Meter genannt.

Bedienung und Funktion

Die Bedienung der BTL50 erfolgt über einen Taster und einen Drehschalter am Lampenende. Der Taster dient zum Ein- und Ausschalten der Lampe sowie zur Einstellung der Helligkeit. Durch einen nur schwach ausgeprägten, etwas schwammigen Druckpunkt vermittelt die Betätigung vergleichsweise wenig haptisches Feedback.

Mit dem Drehschalter wird die Breite des Lichtstrahls angepasst. Er rastet mit einem sanften Klicken in vier Positionen ein. Die Position wird mittels Hall-Sensoren erkannt, sodass ein starker Magnet seine Funktion vorübergehend beeinträchtigen kann.

Das UI ist übersichtlich und enthält keine Überraschungen. Tatsächlich hätte ich mir einige zusätzliche Funktionen gewünscht, wie beispielsweise einen Direktzugriff auf die niedrigste Stufe durch Halten des Tasters oder einen Momentanbetrieb bei aktivierter Tastensperre.

ZustandAktionFunktion
Aus1 KlickEinschalten (zuletzt genutzte Helligkeit)
2 KlicksTurbo
3 KlicksSperren
Ein1 KlickAusschalten
2 KlicksTurbo
HaltenHelligkeit ändern (Eco → Low → Mid → High)
Turbo1 KlickVorherige Helligkeit oder ausschalten
2 KlicksStrobe
Lockout3 KlickEntsperren

Im Grunde wurde hier alles richtig gemacht. Als störend empfinde ich lediglich, dass die niedrige Helligkeit nur erreicht werden kann, nachdem zuvor alle helleren Stufen durchlaufen wurden (was einige Sekunden dauert). Der Strobe mit einer Frequenz von 10 Hz versteckt sich hinter dem Turbo und ist nicht direkt erreichbar.

Bei eingeschalteter Lampe informiert eine Status-LED über den ungefähren Ladezustand des Akkus. Die meiste Zeit leuchtet sie allerdings grün. Erst bei einer Akkuspannung von 3 V (laut Bedienungsanleitung) beginnt sie rot zu blinken. Ein oder zwei Zwischenstufen wären schön gewesen.

Die Lampe lässt sich am besten in „taktischer Haltung“ nutzen. Der Daumen liegt dabei auf dem Taster und ermöglicht somit jederzeit einen Zugriff auf die Steuerung. Nutzer mit kleinen Händen haben durch den großen Durchmesser möglicherweise Probleme, die Lampe zuverlässig zu halten.

Sowohl der Taster als auch der Drehschalter lassen sich bequem mit dem Daumen bedienen. Bei meiner ersten BTL50 war der Drehschalter leider defekt und hat sich bei normaler Nutzung ständig verkantet. Die Lampe wurde mir umgehend durch Imalent ersetzt und beim neuen Exemplar funktioniert der Schalter einwandfrei.

Ein großer Nachteil ist, dass sich das vordere und hintere Ende kaum voneinander unterscheiden. Es besteht also eine gute Chance, die Lampe falsch herum in die Hand zu nehmen und lediglich einen Fingerabdruck auf der Glaslinse zu hinterlassen, anstatt die Lampe einzuschalten.

Lichtbild

Zwar macht der Hersteller keine konkreten Angaben zum verbauten LED-Modell, ein Blick durch die Linse legt jedoch die Vermutung nahe, dass eine Luminus SFT-42R zum Einsatz kommt. Darauf deuten insbesondere die runde Leuchtfläche sowie die charakteristische Anordnung der Bond-Wires hin.

Das eigentliche Highlight der BTL50 ist ihre elektronische Zoom- beziehungsweise Diffusionstechnologie. Das Licht der LED wird zunächst von einer asphärischen Linse gebündelt und trifft anschließend auf eine Flüssigkristallschicht. Diese Schicht wirkt wie ein Diffusor und streut das Licht, wobei sich der Grad der Streuung elektronisch steuern lässt. Dadurch kann die Breite des Lichtstrahls der jeweiligen Situation angepasst werden.

Besonders auffällig ist die intensive Färbung der Antireflexbeschichtung auf dem Schutzglas und offenbar auch auf der Linse dahinter. Je nach Blickwinkel zeigt sie sich in Magenta-, Cyan- und Blautönen.

Das kaltweiße Licht hat eine Farbtemperatur von etwa 6000 K. Im Zentrum zeigt sich ein leichter Gelbstich, während der Rand deutlich bläulicher erscheint. Die Farbwiedergabe ist mäßig, aber ausreichend. Ein Tausch der LED dürfte sich bei der aufwändigen Konstruktion wohl eher schwierig gestalten.

Der „Zoom“ funktioniert in der Praxis ausgesprochen gut. Er überzeugt nicht nur durch seinen praktischen Nutzen, sondern macht auch einfach eine Menge Spaß. In seiner maximalen Einstellung hätte ich mir den Effekt allerdings noch etwas stärker gewünscht.

Auf meiner üblichen Teststrecke in der Allee lässt sich der Unterschied in der Reichweite gut erkennen. Je stärker der Lichtstrahl fokussiert wird, desto größer ist seine Reichweite.

Mit zunehmender Fokussierung nimmt auch der Anteil des Streulichts ab. Das kann in bestimmten Situationen von Vorteil sein, etwa wenn sich helle Objekte im Vordergrund befinden. Gleichzeitig kann sich die geringere Ausleuchtung des Umfelds aber auch nachteilig auswirken und die Orientierung erschweren.

Ob solch eine Zoom-Funktion tatsächlich nötig ist, hängt letztlich vom jeweiligen Einsatzbereich ab. In den meisten Fällen dürfte eine feste Einstellung vollkommen ausreichen. Alternativ kann auch die Kombination mehrerer Lampen sinnvoll sein, etwa einer breit streuenden Kopflampe und einer enger fokussierten Handlampe. Unabhängig davon ist der integrierte Diffusor der BTL50 eine nette Spielerei, die aber auch sinnvolle Einsatzmöglichkeiten zu bieten hat.

Treiber und Laufzeit

Zur Art des Treibers macht der Hersteller keine konkreten Angaben, wirbt aber mit einer „hocheffizienten konstant Strom-Schaltung“, welche die Helligkeit stabil halten soll.

¹ Herstellerangabe      ² Nach ANSI FL1
ModusHelligkeit¹Laufzeit¹Intensität¹ (Reichweite²)
Turbo 3000 / 1000 lm 1.5 min + 1:14 h 124 270 – 24 500 cd (705 – 313 m)
High 1000 lm 1:24 h 47 790 – 13 806 cd (437 – 235 m)
Medium 550 lm 2:48 h 25 665 – 7 960 cd (320 – 178 m)
Low 250 lm 5:22 h 13 275 – 5 310 cd (230 – 146 m)
Eco 15 lm 89 h 27 – 17 cd (10 – 8 m)

Die Lampe überzeugt im Laufzeittest mit einer ausgezeichneten Regelung und hält die Helligkeit über die gesamte Laufzeit hinweg auf einem konstanten Niveau. Die vom Hersteller angegebenen Laufzeiten werden im Test erreicht und teilweise sogar übertroffen.

Eine Ausnahme gibt es lediglich beim Turbo, worauf der Hersteller aber auch ausdrücklich hinweist. Eine Temperaturüberwachung verhindert, dass sich die Lampe zu stark erwärmt. Die maximale Helligkeit wird bei leichter Kühlung sogar drei Minuten lang gehalten und damit doppelt solange wie in den Spezifikationen angegeben.

Die Aufnahmen der Wärmebildkamera zeigen eine gleichmäßige Verteilung der Wärme. Hierzu trägt vermutlich auch das massive Aluminiumgehäuse bei. Im ungekühlten Test erreicht die Oberfläche eine Temperatur von rund 50 °C, bei der sich die Lampe zwar heiß anfühlt, aber noch gehalten werden kann.

Wärmebilder mit Zoyi ZT-R02

Alle Helligkeitsstufen werden ohne PWM geregelt und mit dem Oszilloskop konnte auch keine Restwelligkeit festgestellt werden. Wegen des fest verbauten Akkus war die Messung des Stroms nicht möglich und auch die Spannung, bei der sich die Lampe zum Schutz des Akku vor Tiefentladung abschaltet, konnte nicht ermittelt werden.

Fazit

Die Imalent BTL50 ist keine Zoomlampe im klassischen Sinne, dennoch lässt sich die Breite ihres Lichtstrahls anpassen – ganz ohne bewegliche Teile. Möglich wird dies durch einen integrierten Diffusor, bei dem die Stärke des Effekts elektronisch geregelt werden kann. Diese Technologie ist bei Taschenlampen extrem selten zu finden, aber äußerst praktisch.

Obwohl die Lampe angenehm kompakt und handlich wirkt, fällt die Kapazität des fest verbauten Akkus etwas knapp aus. Punkten kann sie mit ihrem leicht futuristisch angehauchten Design und dem stilvollen, lederartigen Besatz. Auch die Anpassung der Lichtstrahlbreite über einen Drehschalter ist gelungen und ermöglicht eine komfortable Bedienung. Ein Clip oder ein Holster wären jedoch eine sinnvolle Ergänzung gewesen.

Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.

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