Zoyi ZT-T12
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Jahrhunderte der Entwicklung, endlose Diskussionen und eine kaum überschaubare Vielfalt. Dabei ist seine Aufgabe denkbar einfach: das Schmelzen einer metallischen Legierung. Die Rede ist vom Lötkolben, dem wohl wichtigsten Werkzeug bei der Herstellung elektronischer Schaltungen.
Der Zoyi ZT-T12 ist ein kompakter Lötkolben für gelegentliche Lötarbeiten und den mobilen Einsatz. Die Stromversorgung erfolgt über USB und beim Transport wird die Spitze durch eine Kappe geschützt, wodurch er sich flexibel einsetzen lässt.
Der Lötkolben wird mit einer Bedienungsanleitung in zwölf Sprachen (EN, CN, PL, DA, DE, RU, FR, CS, JP, SV, ES, IT), einer T12-Lötspitze vom Typ K sowie einem großzügig dimensionierten Hartschalenetui geliefert. Letzteres fällt jedoch durch einen starken, chemischen Geruch auf, sodass ich es direkt im Karton gelassen habe.
Leider befindet sich kein USB-Kabel im Lieferumfang. Schön wäre ein Kabel mit hitzebeständiger Silikonummantelung gewesen, da Kabel mit herkömmlichem PVC- oder TPE-Mantel bei versehentlichem Kontakt mit der heißen Lötspitze schnell schmelzen können.
Die Bauform erinnert ein wenig an einen Stift, ist mit einer Länge von 195 mm und einer Dicke von 19 mm jedoch größer als ein typisches Schreibgerät. Der Lötkolben wiegt lediglich 67 g, wobei 17 g auf die Kappe und 8 g auf die Lötspitze entfallen.
Das Gehäuse besteht aus Aluminium, das in blaugrüner Farbe anodisiert ist. Für das Griffstück kommt Silikon zum Einsatz, welches vor der Wärme der Lötspitze schützt.
Die Kappe wird durch eine leichte Drehung entriegelt und kann daraufhin abgenommen werden. Zum Vorschein kommt die Lötspitze. Wie der Name bereits vermuten lässt, nutzt der ZT-T12 das weit verbreitete T12-Lötspitzen-System. Diese Spitzen sind bereits für etwa 3 € pro Stück in einer Vielzahl von Ausführungen erhältlich.
Die mitgelieferte Spitze vom Typ K eignet sich gut zum gleichzeitigen (ent)löten mehrerer Pins von SMD-ICs. Für die meisten Anwendungen bevorzuge ich jedoch Spitzen vom Typ BC2 oder D24, da sie ein gezielteres Arbeiten ermöglichen.
Die Lötspitze wird einfach von vorne in das Gerät gesteckt und durch Federkontakte festgehalten. Dadurch lässt sie sich bei Bedarf schnell wechseln, indem die noch heiße Spitze beispielsweise mit einer Silikonmatte aus dem Gerät herausgezogen wird.
Die Stromversorgung erfolgt über einen USB-C Anschluss. Das Netzteil muss die entsprechende Leistung liefern können, wobei die Spannung mindestens 9 V betragen muss. Ein sinnvolles Arbeiten ist jedoch erst ab 45 W bei 20 V möglich.
Für die Bedienung stehen drei Tasten zur Verfügung: Links, Rechts und OK. Informationen zum Betriebszustand und das Menü werden auf einem blauen OLED-Display angezeigt.
Nach dem Anschließen des USB-Kabels befindet sich der Lötkolben zunächst im Ruhezustand. Die Solltemperatur lässt sich über die Links-/Rechts-Tasten anpassen. Durch einen kurzen Druck auf die OK-Taste wird der Heizvorgang schließlich mit der gewählten Temperatur gestartet. Die Temperatur kann jederzeit geändert werden.
Ohne Aktivität wechselt der Lötkolben nach einer einstellbaren Zeit zurück in den Ruhezustand. Wird das Gerät bewegt, wird der Ruhezustand verlassen und die Spitze heizt sich wieder auf. Durch einen kurzen Druck der OK-Taste lässt er sich auch jederzeit manuell in den Ruhezustand versetzen.
Auf dem Display wird mittig die aktuelle Lötspitzentemperatur angezeigt. Auf der linken Seite ist die eingestellte Temperatur zu sehen. Rechts befinden sich Informationen zur Stromversorgung (aktuelle Spannung, aktueller Strom sowie das konfigurierte Protokoll). Der Balken am unteren Bildschirmrand stellt die momentane Heizleistung in Prozent dar.
Über ein langes Drücken der OK-Taste wird das Menü geöffnet. Dort lassen sich diverse Einstellungen vornehmen, beispielsweise die Wahl des USB-Protokolls (Auto, QC, PD, MI, HW, AFC, VIVO, OPPO, PE), die Bildschirmorientierung (praktisch für Linkshänder) oder die Temperaturkalibrierung.
Der Funktionsumfang beschränkt sich auf das Wesentliche und ist für einen Lötkolben dieser Art auch vollkommen ausreichend. Komfortfunktionen wie Temperaturprofile, Logging oder eine Boost-Funktion werden für schnelle Reparaturarbeiten eher selten benötigt.
Die Heizleistung hängt in erster Linie von den Fähigkeiten des verwendeten USB-Netzteils ab. Mit der automatischen Protokollerkennung wird nicht immer die höchstmögliche Spannung ausgehandelt. Daher kann es sinnvoll sein, das passende Protokoll manuell auszuwählen. Verfügt das Netzteil über einen USB-C-Anschluss, lässt sich darüber häufig eine höhere Spannung erreichen. Auch das verwendete USB-Kabel hat Einfluss auf die erreichbare Leistung. Mehr als 20 V und 45 W konnte ich mit meinen Netzteilen leider nicht erreichen.
| Spannung | Leistung | Aufheizzeit (320 °C) |
|---|---|---|
| 15 V | 25 W | 30 s |
| 20 V | 45 W | 15 s |
Eine klassische Lötstation bietet in der Regel eine höhere Leistung, ist dafür jedoch größer, schwerer und üblicherweise auf einen Netzanschluss angewiesen. Ein Lötkolben wie der Zoyi ZT-T12 spielt seine Stärken hingegen beim mobilen Arbeiten aus und lässt sich deutlich flexibler einsetzen. Ein geeignetes USB-Netzteil und ein passendes Kabel sind häufig bereits vorhanden oder vor Ort verfügbar. Mit einer leistungsstarken Powerbank ist sogar ein vollständig unabhängiger Betrieb möglich.
Vom Silikongriff aus gemessen ragt die Lötspitze etwa 65 mm heraus. Damit ist ein präzises und kontrollierbares Löten möglich. Der hintere Teil des Geräts ist 125 mm lang. Trotz des Durchmessers von 19 mm und einem kantigen Design liegt der Lötkolben nach kurzer Eingewöhnung angenehm in der Hand.
Für ein komfortables Arbeiten sollte man in ein hitzebeständiges und flexibles Silikonkabel investieren. Herkömmliche Kabel mit PVC- oder TPE-Mantel werden bei versehentlichem Kontakt mit der heißen Lötspitze schnell beschädigt und das relative steife Kabel schränkt die Beweglichkeit ein.
Zwar befindet sich kein Ständer im Lieferumfang, allerdings kann die Kappe behelfsmäßig zum Ablegen des Lötkolbens genutzt werden. Für mobiles Arbeiten ist diese Lösung vollkommen ausreichend und erspart die Mitnahme von zusätzlichem Zubehör.
Seine Aufgabe als kompakter Lötkolben für gelegentliche Lötarbeiten und den mobilen Einsatz erfüllt der Zoyi ZT-T12 ausgesprochen gut. Voraussetzung ist allerdings ein leistungsstarkes USB-Netzteil oder eine geeignete Powerbank.
Das Gerät wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review stellt meine eigene Meinung dar.