31 Dezember 2022 9:02

Cyansky K3 v2

Eine „taktische“ Taschenlampe mit ordentlich Reichweite und einfachem UI, die Cyansky K3 v2.

Dies ist meine erste Lampe von Cyansky, sodass ich vorab noch nicht abschätzen konnte, was mich erwartet. Überrascht war ich vor allem von dem sehr fokussierten und sauberen Lichtbild.

Lieferumfang und Hardware

Die Lampe kommt mit dem üblichen Zubehör in einer – zum Herstellernamen passenden – cyanfarbenen Retail-Verpackung.

  • 21700 Li-Ion Akku mit 5000 mAh (3,8 V bei Lieferung, Button-Top, geschützt, 76 mm lang, integrierte Ladefunktion per USB-C)
  • Clip (bereits montiert)
  • Handschlaufe
  • Holster
  • USB-C Ladekabel
  • 2x Ersatz-O-Ring
  • 1x Ersatz-Heckschalter-Abdeckung
  • Bedienungsanleitung (EN, CN)

Die Bedienungsanleitung ist weniger eine Anleitung als ein Datenblatt, da die Bedienung wirklich sehr simpel ist. Dafür sind die Bedienung und die Eigenschaften der Lampe aber sehr ausführlich beschrieben.

Lieferumfang

Bei einer taktischen Lampe geht es nicht so sehr darum, die leichteste und kleinste Lampe zu bauen. Gefragt sind gutes Handling und Robustheit. Die Lampe selbst wiegt 133 g und für den mitgelieferten Akku kommen noch 72 g hinzu. Sie hat eine Länge von 154 mm und einen Durchmesser von 40 mm am Kopf und 25,5 mm am Akkurohr.

Cyansky K3 v2

Einen ersten Eindruck vom taktischen Feeling bekommt man am Lampenkopf: Der Bezel ist dezent gezackt, aber an allen Stellen gut abgerundet. Außerdem sind drei Kugeln (laut Hersteller aus Zirconium) integriert, die wohl als Glasbrecher dienen sollen. Stellt man die Lampe auf den Kopf ab, führen die Kugeln aber zu einem leicht wackeligen Stand.

Glasbrecher im dezent gezackten Bezel

Die Taschenlampe verfügt über zwei Bedienelemente: In der Endkappe befindet sich ein Heckschalter, über den sich die Lampe ein- und ausschalten lässt. Dort finden sich auch die zwei Löcher zum Befestigen einer Handschlaufe. Zieht man die Schlaufe durch beide Löcher durch, wird der Tailstand auch nicht beeinträchtigt.

Heckschalter und Ösen für eine Handschlaufe

Am Kopf befindet sich ein Seitentaster mit Status-LED, über den sich bei eingeschalteter Lampe die Helligkeit ändern lässt.

Seitentaster zum Moduswechsel

Einen Ladeanschluss hat die Lampe nicht. Dieser ist oft auch eine Schwachstelle, wenn es um das Eindringen von Schmutz und Wasser geht. So etwas möchte man bei einer taktischen Lampe natürlich nicht.

Dafür lässt sich der mitgelieferte Akku selbst über einen USB-C Anschluss aufladen. So muss man den Akku zwar trotzdem herausnehmen (und kann ihn auch direkt durch einen Ersatzakku ersetzen), benötigt aber kein separates Ladegerät.

21700 Li-Ion Akku mit USB-C Ladeanschluss

Im positiven Pol des Akkus befindet sich eine Status-LED, die beim Laden rot leuchtet und nach Abschluss grün. Ohne angeschlossenes Kabel leuchtet sie gar nicht.

Der Ladevorgang ist mit nur 1.5 A etwas langsam für einen so großen Akku. Dadurch dauert es knapp vier Stunden, bis der Akku wieder voll ist.

Status-LED im positiven Pol des Akkus

Durch die langen Federn sowohl im Kopf der Lampe als auch in der Endkappe lassen sich alle Arten von 21700 Li-Ion Akkus einsetzen. Laut Anleitung passen auch 18650 Akkus sowie jeweils zwei 16340 oder CR123A Akkus (und somit vermutlich auch zwei 18350).

Zum Tragen der Lampe kann man entweder den aufgesteckten Clip oder das mitgelieferte Holster verwenden. Es hat auf der Rückseite eine geschlossene Schlaufe zur Befestigung am Gürtel und wird über Klett geschlossen.

Holster zum Tragen der Lampe

Die Verarbeitung ist wirklich spitze. Alle Kanten sind abgerundet, die Textur am Akkurohr ist sehr schön griffig und die matt-schwarze Anodisierung (laut Hersteller Typ III) scheint recht robust zu sein (den Clip konnte ich mehrfach entfernen, ohne dass Kratzer hinterlassen wurden).

Bedienung und Funktion

Einfacher geht es kaum: Ein Heckschalter (ein Forward-Clicky mit Momentanfunktion) zum Einschalten und ein Seitentaster zum Ändern der Helligkeit. So kann man auch in hektischen Situationen wenig falsch machen.

Um die niedrigste Stufe („Eco“) zu aktivieren, muss der Seitentaster beim Einschalten der Lampe gedrückt gehalten werden. Leider gibt es keinen direkten Zugriff auf den Turbo und der Strobe ist auch nur bei zuvor eingeschalteter Lampe zu erreichen. Zumindest einen direkten Zugriff auf den Turbo hätte ich mir bei einer taktischen Lampe gewünscht.

ZustandAktionFunktion
AusHeckschalter halb drückenMomentan zuletzt genutzte Helligkeit aus Low/Medium/High/Turbo
Heckschalter ganz drückenEinschalten (zuletzt genutzte Helligkeit aus Low/Medium/High/Turbo)
Seitentaster halten
+ Heckschalter drücken
Eco
EinHeckschalter ganz drückenAusschalten
Seitentaster drückenHelligkeit ändern (Low → Medium → High → Turbo)
Seitentaster haltenStrobe

Der Heckschalter hat einen langen und präzisen Schaltweg. Die Schalterabdeckung ist etwas dünn, sodass man in der Mitte den Schalter selbst spürt.

Dank der Momentanfunktion kann man die Lampe auch kurzzeitig einschalten oder zum Blinken verwenden. Etwas irritierend ist dabei jedoch, dass sich die Lampe erst 175 ms nach Betätigung einschaltet (vermutlich Debouncing). Will man also nur ganz kurz Blinken, bleibt die Lampe dunkel.

175 ms Verzögerung beim Einschalten

Der Seitentaster hat ebenfalls einen knackigen Druckpunkt. Er hat eine griffige Textur und steht etwas ab. Da er aber nur bei eingeschalteter Lampe funktioniert, ist das kein Problem. Blind lässt er sich gut erfühlen, man muss die Lampe aber gegebenenfalls einmal herum drehen, bis man ihn hat.

Im Taster ist eine Status-LED integriert, die drei Sekunden lang nach dem Einschalten den ungefähren Ladestand des Akkus anzeigt:

FarbeLadestand
Grün75% – 100%
Grün blinkend50% – 75%
Rot25% – 50%
Rot blinkend< 25%

Das Konzept aus Heckschalter und Seitentaster ist sehr verbreitet, hat aber in der Ergonomie Nachteile, da man zum Ändern der Helligkeit umgreifen muss. Gut wären daher beide Bedienelemente nebeneinander, was technisch allerdings deutlich aufwändiger ist.

Abgesehen davon macht die Taschenlampe in der Handhabung einen sehr guten Eindruck. Sie ist griffig, liegt gut in der Hand und überzeugt durch die simple Bedienung.

Lichtbild

Eine Luminus SFT-40 mit 6500 K in einem glatten Reflektor von 30 mm Durchmesser. Klingt erstmal nicht besonders aufregend, aber ich war doch sehr überrascht, was Cyansky daraus gemacht hat.

Denn das Lichtbild ist absolut sauber: Ein sehr kleiner, intensiver Spot umgeben von einem gleichmäßigen, schwachen Spill. Keine Artefakte oder Ringe, kein Farbverlauf. Bei der perfekten Fokussierung kann man auch die ganz leichte Dezentrierung der LED verzeihen. Einen so guten Thrower mit dieser Reichweite hatte ich bei der K3 gar nicht erwartet.

Da die drei Zacken mit den Kugeln am Bezel etwas breiter sind, ergeben sich drei leichte Kanten im Spill.

Treiber und Laufzeit

Ein Buck-Treiber sorgt in der K3 für eine möglichst konstante Helligkeit über die gesamte Laufzeit. So ist die Helligkeit weitgehend unabhängig von der Spannung des Akkus und es werden auch zwei Akkus in Reihe unterstützt.

¹ Herstellerangabe      ² Nach ANSI FL1      ³ Messung
ModusHelligkeit¹Laufzeit¹Intensität¹ (Reichweite²)Strom³
Turbo2000 lm2 h124 609 cd(700 m)7,350 A
High450 lm4,5 h28 561 cd(336 m)0,950 A
Medium150 lm16 h9 802 cd(200 m)0,315 A
Low30 lm66 h441 cd(42 m)0,075 A
Eco2 lm400 h0,25 cd(1 m)0,018 A

In der Bedienungsanleitung gibt der Hersteller sogar ein Laufzeitdiagramm der einzelnen Stufen an. So etwas sieht man wirklich selten.

Laufzeitdiagramm aus der Bedienungsanleitung

Tatsächlich passen die Angaben recht gut zu meiner Messung. Erreicht die Lampe 50 °C, wird die Helligkeit reduziert. Im Turbo ist das je nach Akkustand nach etwa 3-5 Minuten der Fall. Anschließend pendelt sich die Temperatur bei etwa 35 °C ein.

Bei 3,0 V fängt die Status-LED im Seitentaster an rot zu blinken und die Haupt-LED blinkt alle drei Minuten. Die Lampe läuft aber weiter, einen Tiefentladeschutz für den Akku gibt es nicht.

Bei halb vollem Akku ist der Turbo nicht mehr ganz so hell, hält dafür aber etwas länger, da die Lampe länger braucht, um 50 °C zu erreichen.

Der Treiber kommt ohne PWM zur Helligkeitsregelung aus, lediglich eine ganz leichte Restwelligkeit ist zu messen. Durch den mechanischen Schalter benötigt die Lampe keinen Strom, wenn sie ausgeschaltet ist. Die Endkappe kann leicht gelöst werden, um ein versehentliches Einschalten zu verhindern.

Fazit

Die Cyansky K3 v2 überzeugt durch ihre einfache Bedienung und insbesondere durch das sehr saubere Lichtbild mit ordentlich Reichweite. Auch die Regelung des Treibers ist zufriedenstellend.

Ein direkter Zugriff auf den Turbo wäre schön. Zum Ändern der Helligkeit muss zum Seitentaster umgegriffen werden – das ist manchmal etwas lästig.

Die Lampe habe ich gewonnen und ich wurde nicht um ein Review gebeten. Ich habe keine weitere Vergütung erhalten und das Review spiegelt meine eigene Meinung wider.

Kommentare

Fan123, 12.01.2023 19:22
Moin, cooler Blog, kaufe mir diese Taschenlampe gleich
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