Eins war von Anfang an klar - die originale Linksys-Firmware sollte nach dem Auspacken höchstens 5 Minuten auf der Kiste bleiben. Erst wollte ich
openWRT draufspielen. Nachdem ich mir die Details allerdings etwas genauer angesehen hatte, wurde es mir doch zu kompliziert.
Daher sollte es
DD-WRT werden. Nach einigem Tutorial-Gelese, vielem Recherchieren und endlosem Überlegen hatte ich schließlich erfolgreich die Standard-Version geflasht. Die Konfiguration verlief einfach, wenn auch ein wenig unübersichtlich (was bei der Fülle an Funktionen allerdings zu vernachlässigen ist).
Doch dann der Schock: Es gibt kein Internet! Das Modem hatte ich als Bridge laufen, die PPPoE-Daten im Router eingetragen. Irgendwann bekam der Router dann auch eine WAN-IP, ich konnte mich wieder entspannen. Aber im Internet surfen ging weiterhin nicht.
Nachdem ich mich intensiv mit der Konfiguration und SSH auseinandergesetzt hatte, kam ich zu dem Schluss: Es muss am Routing liegen. Nachdem ich wieder die Fritz!Box angeschlossen hatte, suchte ich im Internet und wurde durch diverse ähnliche Erfahrungen bestätigt. Das Problem scheint zu sein, dass die WAN-IP und das Gateway in zwei unterschiedlichen Subnetzen liegen und die Routing-Einträge nicht aktualisiert werden. Aber eine Lösung dazu gab es nirgends.
Da mir nach 10 Stunden Experimentieren ohne Pause langsam die Lust verging, fasste ich einen Entschluss: DD-WRT ist tot - es lebe
Tomato!
Zwar bietet dies nicht annähernd die Funktionen der beiden zuvor genannten Firmwares, aber es soll anscheinend besser und einfacher laufen. Das Flashen ging reibungslos, wenn man über "nvram get http_passwd" zuvor das (vormals nicht benutze) Passwort aus dem NVRAM ausliest.
Nach der Konfiguration, das Anschließen. Und was gibt's zu sagen? Rennt wie Schmidts Katze!
Da alles läuft, bleibe ich vorerst bei Tomato (dem Originalen), ggf. wechsle ich später auf eine Version mit VPN-Unterstützung, aber erst einmal ausruhen.
Weisheit des Tages: "Vergiss
Flecken DD-WRT, nimm Tomato!"
Hier noch eine kurze Zusammenfassung der Merkmale der einzelnen "Distributionen" (sind es ja fast schon):
DD-WRT:
- ein Vielfaches der Funktionen
- präzise Konfiguration (wenn man es kann)
- eine menge Aktualisierungen (wenn auch nur wenige, die wirklich stable sind)
- muss man alle paar Tage neu starten
Tomato:
- anwenderfreundlich
- wesentlich weniger Funktionen, eigentlich nur Basics (ca. 10% von DD-WRT)
- die Basics funktionieren
- Uptime über ein jahr
- ein wenig schneller als DD-WRT
- geringe Update-Rate
openWRT:
- nur Betriebsystem mit Kernel und den wichtigsten Diensten, dadurch extrem schlank
- vollständiges Dateisystem mit Paketmanager
- man muss eben alles, was man braucht, selbst installieren und konfigurieren
- keine GUI
- wenn man Ahnung hat: super