14.08.2010, 22:52:18

DD-WRT - Eine Odyssee

Ich habe mir einen Linksys WRT54GL gekauft. Passend dazu ein D-LINK DSL-321B-Modem. Warum? Weil meine betagte Fritz!Box SL so langsam ihren Geist aufgibt und alle paar Stunden rebootet.
Eins war von Anfang an klar - die originale Linksys-Firmware sollte nach dem Auspacken höchstens 5 Minuten auf der Kiste bleiben. Erst wollte ich openWRT draufspielen. Nachdem ich mir die Details allerdings etwas genauer angesehen hatte, wurde es mir doch zu kompliziert.

Daher sollte es DD-WRT werden. Nach einigem Tutorial-Gelese, vielem Recherchieren und endlosem Überlegen hatte ich schließlich erfolgreich die Standard-Version geflasht. Die Konfiguration verlief einfach, wenn auch ein wenig unübersichtlich (was bei der Fülle an Funktionen allerdings zu vernachlässigen ist).
Doch dann der Schock: Es gibt kein Internet! Das Modem hatte ich als Bridge laufen, die PPPoE-Daten im Router eingetragen. Irgendwann bekam der Router dann auch eine WAN-IP, ich konnte mich wieder entspannen. Aber im Internet surfen ging weiterhin nicht.
Nachdem ich mich intensiv mit der Konfiguration und SSH auseinandergesetzt hatte, kam ich zu dem Schluss: Es muss am Routing liegen. Nachdem ich wieder die Fritz!Box angeschlossen hatte, suchte ich im Internet und wurde durch diverse ähnliche Erfahrungen bestätigt. Das Problem scheint zu sein, dass die WAN-IP und das Gateway in zwei unterschiedlichen Subnetzen liegen und die Routing-Einträge nicht aktualisiert werden. Aber eine Lösung dazu gab es nirgends.

Da mir nach 10 Stunden Experimentieren ohne Pause langsam die Lust verging, fasste ich einen Entschluss: DD-WRT ist tot - es lebe Tomato!
Zwar bietet dies nicht annähernd die Funktionen der beiden zuvor genannten Firmwares, aber es soll anscheinend besser und einfacher laufen. Das Flashen ging reibungslos, wenn man über "nvram get http_passwd" zuvor das (vormals nicht benutze) Passwort aus dem NVRAM ausliest.
Nach der Konfiguration, das Anschließen. Und was gibt's zu sagen? Rennt wie Schmidts Katze!

Da alles läuft, bleibe ich vorerst bei Tomato (dem Originalen), ggf. wechsle ich später auf eine Version mit VPN-Unterstützung, aber erst einmal ausruhen.
Weisheit des Tages: "Vergiss Flecken DD-WRT, nimm Tomato!"


Hier noch eine kurze Zusammenfassung der Merkmale der einzelnen "Distributionen" (sind es ja fast schon):

DD-WRT:


Tomato:


openWRT: