18.12.2008, 22:57:00
Gefangen in Göttingen
Heute hatte ich wieder keine Schule. Nein, diesmal war's nicht die Bundeswehr, sondern die Schule selbst. Im Rahmen des Physikunterrichts (mein P1-Fach) haben wir das XLAB, eine naturwissenschaftliche Forschungseinrichtung für Schüler in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen, besucht.
Um 6:47 Uhr fuhr der Zug in Celle ab. Also musste ich schon um 5:30 Uhr aufstehen *gähn* ... Fast alle Kursmitglieder (einer fehlte) trafen rechtzeitig am Bahnhof ein und es konnte losgehen. Die etwa zweistündige Fahrt war zwar nicht spektakulär, aber trotzdem auszuhalten. Kartenspiele brachten etwas Abwechslung in das triste Anfahren und Abbremsen des Metronoms.
In Göttingen haben wir es uns einfach gemacht und sind mit dem Bus zum etwa 3 km entfernten XLAB gefahren. Angekommen erst einmal Staunen: Von außen - eine interessante Architektur. Von innen - super ausgestattet, auch eine interessante Architektur und freundliche Mitarbeiter. Ist doch schonmal ein guter Start.
Nach einer Begrüßung und kurzen Einleitung konnten wir uns auch schon im Zweierteam ans Experimentieren begeben: Dazu gehörten z.B. Versuche am Doppelspalt, Bragg-Gleichung, Interferometer und vieles weitere. Das Interessante: Alles wurde mit Zentimeterwellen durchgeführt (Wellenlänge von 2,8 cm), sodass wir auch mit "handfesten" Materialien arbeiten konnten, beispielsweise mit einem Gitter mit einer Gitterkonstante um 1 Linie/cm und nicht 600 Linien/mm.
Um 12:30 Uhr legten wir eine einstündige Mittagspause in der Mensa der Uni ein. Unglaublich günstige Preise (frittierte Blumenkohlröschen mit Kräuterquark, Kartoffeln, Suppe und Götterspeise mit Vanillesoße für insgesamt 1,70 €).
Gestärkt ging es in die zweite Runde. Allerdings merkte man dann doch, dass die Motivation bei einigen (u.a. auch bei mir) etwas nachließ. Ich hätte da gerne noch Experimente aus anderen Bereichen durchgeführt, dies war aber leider nicht möglich. Zum Schluss führten wir noch gemeinsam ein Experiment mit Röntgenstrahlung durch und sahen uns die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung in der Nebelkammer an.
Wir waren um kurz nach 15 Uhr fertig. Einige fuhren wieder mit dem Bus zurück, andere - auch ich - gingen zu Fuß. Ich trennte mich von den anderen, weil ich die Situation natürlich gleich zum Cachen ausnutzen wollte xD - ein Fehler, ich kann die gefundenen nun Caches zu den teuersten, die ich je gefunden habe, zählen. Aber eins nach dem anderen. Ich ging also, getrennt von den anderen, durch Göttingen und habe auch einige Caches gefunden. Wir wollten anschließend gemeinsam mit dem Niedersachsenticket um 17:07 Uhr wieder abfahren. Ich also - da noch rechtzeitig, aber knapp - auf dem Weg zum Bahnhof. Und dann kam diese doofe Ampel vor'm Bahnhof, die einfach nicht grün werden wollte. So konnte ich nur noch sehen, wie der Zug vor meinen Augen abfuhr. Mist. Das heißt, ich musste mir für 20 Euro ein neues Niedersachsen-Single-Ticket kaufen und eine Stunde auf den nächsten Zug warten. Eigentlich wollte ich noch einige Caches suchen gehen, aber ich habe keine mehr gefunden. Der eine ist laut Listing ein Wandercache, bei dem man "mindestens 30 Minuten braucht", zwei andere hatte ich bereits im Frühjahr, als ich das letzte Mal in Göttingen war, schon nicht gefunden.
Diesmal kam ich rechtzeitig zum Zug. 18:13 Uhr, zwei Stunden bis nach Celle. Genug Zeit, um diesen Artikel schnell auf dem Notebook zu tippen. Ich habe einiges aus den heutigen Erlebnissen gelernt. Zum einen einiges in Physik, zum anderen, dass der Zug wohl doch wichtiger als das Cachen ist...