13.05.2008, 19:10:00

Pfingsten 2008 - Unter Hunden an der Ostsee

Und dann packten wir unsere Sachen, hängten den Wohnwagen an und machten uns auf in Richtung zu Hause. Wir hatten an diesem Wochenende viel erlebt, oft war es bei der Hitze anstrengend gewesen, aber hinterlassen hatte es positive Erinnerungen...
Es ist Oktober. Die trübe Jahreszeit steht uns bevor, doch einen Hoffnungsschimmer gibt es: Die Pläne für ein Campingwochenende. Seit einem halben Jahr liegen sie teils verschriftlicht, teils als Gedankenfetzen in unseren Köpfen vor. Die Einladungen sind geschrieben. Die Reaktionen bleiben aus. Liegt es an der Jahreszeit? Können sich die Leute angesichts des kommenden Winters ein Wochenende mit Wohnwagen und Zelt nicht vorstellen? Wir warten. Das neue Jahr beginnt, es gibt Anfragen, wage Zusagen, Absagen. Die Monate vergehen.

Dann ist es soweit. Der 9. Mai 2008, Freitag vor Pfingsten. Seit einer Woche steht der Wohnwagen vor unserer Haustür, alles ist gepackt, nun geht es los. Drei Stunden Fahrt, es hätte schneller gehen können, wäre da nicht der Stau in Hamburg gewesen. Wir kommen noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit in Karlsminde (unweit von Eckernförde) an. Hier hatten wir vor einem Jahr – nein, es ist schon länger her – unseren Himmelfahrtsurlaub verbracht. Hier war die Idee für dieses gemeinsame Wochenende entstanden, da es uns so gefallen hatte. Nun, wir sind bestimmt die letzten, denken wir uns. Aber nur wenige Minuten nach uns kommt noch ein Wohnwagengespann und stellt sich neben uns. Es ist Familie Siepert mit O-Brisko von der Hofner Rippe aus der Schorfheide. Mit Einbruch der Dunkelheit endet der erste Tag.

Ausschlafen im Urlaub? Nicht bei uns. Schon um acht Uhr nehmen wir unser Motorboot und drehen eine Runde in der Eckenfördener Bucht. Den Vormittag über hatten wir uns frei gehalten, erst am Nachmittag um sollte der offizielle Teil vom Treffen beginnen.
Dies ist um drei Uhr mittags. Zusammen mit Familie Kynast mit Bayron von der Jungfernmühle – sie waren mit ihrem Wohnmobil auch schon gestern, aber früher am Tag gekommen – und Familie Willner mit Elsa vom Rolandseck und Anschi vom Nordertor, die nicht übernachten wollen, starten wir unseren Spaziergang. Über zwei Stunden laufen, Verlaufen inklusive. Warm. Wie die letzten Wochen und laut Wetterbericht auch noch die nächsten Tage haben wir über 25°C. Aber allen gefällt es. Mit dem gemeinsamen Abendessen in einer Gaststätte endet der zweite Tag.

Jetzt beginnt die Schwierigkeit. Der Teil, durch den sich das Campingwochenende von einem normalen Eurasierspaziergang in besonderer Weise hervorhebt. Was macht man, wenn man den Spaziergang schon hinter sich hat? Nun, morgens erst einmal wieder mit dem Motorboot fahren. Wenn man über das Wasser gleitet bzw. hüpft (manchmal können diese Wellen ganz schön schmerzhaft sein), der frische Fahrtwind ins Gesicht bläst und trotz 25°C eine Jacke von Nöten macht, kommen bestimmt ein paar gute Ideen. Der Spaziergang gestern wurde gut angenommen, wieso nicht noch einmal spazieren gehen? Diesmal jedoch etwas später, nach dem Abendessen, um der Hitze zu entgehen. Der Spaziergang führt uns heute in die andere Richtung als gestern. Weiter ist er auch, dennoch brauchen wir gerade einmal eineinhalb Stunden (was unter anderem an dem flotten Gang aller Teilnehmer liegt). Die Dunkelheit bricht ein, wir machen noch schnell ein Gruppenfoto, dann endet der dritte Tag.

Tag vier. Kynasts sind schon früh am Morgen aufgebrochen, jetzt sind wir nur noch zu fünft. Die Wege trennen sich nach und nach. Morgens gehen wir (meine Mutter und ich) alleine mit Rika spazieren. Danach fahren wir wieder mit dem Boot. Langsam bedeckt sich der Himmel, es wird stürmisch und kühl. Gegen Abend fahren auch Sieperts, viele andere Camper auch. Der Platz wird zusehends leerer. Jetzt sind wir alleine zu dritt mit Rika. Grillen, mit dicken Jacken und Hosen, Spazierengehen. Mit dem Sonnenuntergang endet der vierte Tag.

Alles nähert sich seinem Ende. Den fünften Tag verbringen wir ruhig, gehen ausgiebig spazieren, fotografieren noch etwas. Und dann packen wir unsere Sachen, hängen den Wohnwagen an und machen uns auf in Richtung zu Hause. Wir haben an diesem Wochenende viel erlebt, oft war es bei der Hitze anstrengend, aber hinterlassen hat es positive Erinnerungen... Wir sind zu Hause, es wird dunkel, der fünfte Tag endet.