Aus aktuellem Anlass, wegen vergangenen und künftigen Begebenheiten möchte ich hier öffentlich im Internet nochmal meinen Standpunkt darstellen. Meinen Standpunkt zum Thema Kastration.
Einige dürften ihn kennen, andere nicht. Ich könnte hier nun eine umfangreiche Erörterung schreiben, in der ich Pros und Contras abwäge. Letztendlich würde ich ein Fazit - meine Meinung - abgeben.
Den ersten Teil lasse ich weg. Mein Fazit fasse ich kurz.
Ich bin in den meisten Fällen gegen eine Kastration. Nur wenn ein medizinischer Grund, also z.B. ein Tumor, vorliegt, kann ich eine Kastration gutheißen. Also eigentlich die gleichen Gründe, die auch beim Menschen für eine Kastration gesehen werden. (Entspricht ja auch meinem Denken, dass ich Menschen und Tiere als gleich ansehe. Keiner hat für mich eine höhere Stellung oder so.)
Für die Begründung und eine umfangreichere Ausführung meines Fazits möchte ich auf eine Seite verweisen, die ich schon seit etlichen Monaten kenne. Leider existiert sie nur in englischer Sprache.
http://www.neutering.org/
Ich teile meine Meinung in eigentlich allen Punkten mit dem Autor. Es ist doch erstaunlich, wie gleich zwei Menschen denken können, die sich nicht kennen...
(Von den Punkten, die auf die NS-Zeit verweisen, möchte ich mich distanzieren. Aber auch ohne diese Punkte ändert sich die Aussage des Textes nicht, da der Autor nur seine Assoziationen von einigen Personen, die nach ihm einen großen Drang zur Kastration zeigen, darstellt.)
Soviel zu meinem Standpunkt. Wer Fragen hat, kann einen Kommentar hinterlassen.
Eigentlich wollte ich diesen Artikel schon am Mittwoch, den 31.10.07 veröffentlichen, leider kamen mir die Downtime und der Krankenhausaufenthalt dazwischen...
Die Seite, die sich hinter dem Link verbirgt, schießt sich allein schon auf Grund der Vergleiche mit den Handlungsweise im NS-Deutschland ins Abseits. Sie als Begründung deiner persönlichen Meinung anzugeben sollten wir auf deine Erfahrungen des Stromschlages zurückführen. So kämst du immerhin mit einem blauen Auge aus der Situation
Die Kastration eines Hundes - ich gehe mal davon aus, dass du dich auf den Hund deiner Großeltern beziehst - bewirkt v.a. eines: Eine hormonelle Umstellung. Das Sexualhormon wird nicht mehr produziert, der Sexualtrieb des Hundes lässt nach. Für Menschen - in diesem Fall für Männer - mag das durchaus erschreckend sein. Tieren jedoch fehlt das Bewusstsein. Es gibt nämlich doch einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren.
Für einen Rüden ist es körperlich recht anstrengend, wenn er seinem Sexualtrieb nicht nachgehen kann, weil die Menschen es ihm verbieten. Sie fressen kaum noch, schlafen fast nicht mehr. Dafür allerdings versuchen sie mit aller Gewalt irgendwie zu der heißen Hündin zu gelangen. Für den nicht kastrierten Rüden bedeutet das auch, dass er während der Spaziergänge nicht mehr von der Leine gelassen werden kann. Er ist dann nämlich sofort über alle Berge.
Mir jedenfalls ist ein kastrierter Rüde lieber als ein toter, der auf der "Flucht" zur heißen Hündin von einem Auto überfahren wurde.
Eine weitere Alternative wäre natürlich, dass die Besitzerinnen und Besitzer von Hündinnen die Rüden einfach über ihre Hündin lassen. Aber spätestes hier möchte ich Menschen wie dich erleben, die einen Rassehund besitzen und sich Sorgen vor unerwünschten Genen machen.
Sorry, aber dein Beitrag hinkt an allen Ecken und Enden.
Matthias
"Tieren jedoch fehlt das Bewusstsein. Es gibt nämlich doch einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren."
Worauf stützt du diese These? Hast du Beweise?
Du sprachst von einer Bewusstseinsveränderung. Stimmt. Aber haben wir das Recht, darüber zu entscheiden? Hat ein Tier eine eigene Meinung? Angenommen, es könnte sich nur nicht äußern - dürfen wir dann unsere über seine Meinung stellen? "In dubio pro reo" - Im Zweifel für den Angeklagten.
Menschen und Tiere sehe ich als gleich an. Für mich hat keiner eine höhere Stellung. Ich mag es deswegen auch nicht, "Menschen und Tiere" usw. zu sagen. Diese Trennung gefällt mir nicht.
"Schwarze Schafe" gibt es bei beiden
Natürlich stellen wir unsere Meinung über die des Tieres. Der Stärkere stellt seine Meinung doch fast immer über die des Schwächeren. Und das machst selbst du!
Du lässt deinen Hund doch auch nicht frei herum laufen. Dafür aber bringst du ihm bei, bestimmte Dinge zu tun (die freilebende Hunde nicht tun würden). Hier stellst du deine Meinung doch auch über die deines Hundes. Wo ist denn da die Grenze? Ich finde, dass du dir es hier viel zu einfach machst. Der Eingriff des Menschen ist nicht ok? Ohne diese Eingriffe würde es noch nicht einmal Eurasier geben. Dein Hund kann sich seinen Sexualpartner ja auch nicht selber aussuchen. Glaubst du wirklich, dass es deiner Hündin wichtig ist, dass der Vater ihrer Welpen auch ein Eurasier ist? Hmmm...
Matthias
Ich interessiere mich nicht für Religion, kläre mich auf.
"Natürlich stellen wir unsere Meinung über die des Tieres."
Ich würde das nicht so pauschal sagen. Jeder fügt sich gewissen Regeln. Letztendlich sollte es aber ein auf Vertrauen basiertes System sein, in dem jeder freiwillig agiert. Etwas veraltet ist da auch deine Meinung vom Stärkeren. Bei manchen Arten mag das ja gelten, bei z.B. Wölfen jedoch nicht. Ein Rudel ist nicht streng hierarchisch aufgebaut. Es ist mehr ein Familienleben, in dem es zwar einen Anführer gibt, der seine Stellung allerdings nicht durch Gewalt sondern durch Vertrauen (auch Zuverlässigkeit usw.) erreicht hat. Würde er mal nicht im Sinne des Rudels handeln, wäre er seinen Posten schnell los.
btw: Bezeichnest du mit "wir" auch mich? Wieso sprichst du für mich?
Nein, ich lasse meinen Hund frei herumlaufen. Zumindest dort, wo es erlaubt und ungefährlich ist. Sollte dies mal nicht der Fall sein, so ist es kein Problem, da Rika es auch akzeptiert, angeleint zu sein.
Ich bringe meinem Hund Dinge bei (die frei lebende Hunde aber auch tun würden, nur nicht auf "Befehl"). Allerdings zwinge ich Rika nichts auf. Wenn sie etwas tut, dann daher, weil sie es auch möchte (manchmal, weil sie mir vertraut und weiß, dass es besser ist; manchmal, weil sie nur das Futter möchte). Wenn sie etwas nicht macht, lasse ich es dabei.
"Ohne diese Eingriffe würde es noch nicht einmal Eurasier geben."
Habe ich irgendwo gesagt, ich sei für Rassezucht? Das Problem ist, dass der Mensch schon dadurch eingreift, dass er z.B. mit seinem Tier zum Arzt geht. Normalerweise findet Selektion statt, sodass nicht oder nur eingeschränkt lebensfähige Tiere sich nicht fortpflanzen (können). Wenn man sich mal anschaut, wie viele Krankheiten es durch Zucht gibt... Gute Züchter lassen sich einen passenden Partner zu Zucht zuteilen. Dadurch kann das Risiko eines Gendefekt gesenkt werden, da die Verpaarung unter gesunden Tieren geschieht. Der Mensch löst nur ein Problem das er selbst geschaffen hat
"Glaubst du wirklich, dass es deiner Hündin wichtig ist, dass der Vater ihrer Welpen auch ein Eurasier ist?"
Nein, und mir wäre es auch egal. Ich habe einen Rassehund genommen, weil das Tierheim mir erstens keinen Hund geben wollte und zweitens weil ich so die Gewissheit habe, einen nicht kaputtgezüchteten Hund zu haben. Mischlinge (irgendwie ein komisches Wort...) können ja auch gewollt gezeugt und von durch Zucht erkrankten Eltern sein.
"Letztendlich sollte es aber ein auf Vertrauen basiertes System sein, in dem jeder freiwillig agiert." --> Wo ist denn bei deiner Beziehung Hund - Mensch die Freiwilligkeit gegeben? Frag deinen Hund, ob er die Gefahr des Autoverkehrs vielleicht selber einschätzen möchte. Außerdem nutzt du deine Überlegenheit, um den Hund auszutricksen. Du wirfst einen Ball weg, der Hund rennt los, holt den Ball und gibt ihn dir. Dafür bekommt er eine Belohnung. Dieses System funktioniert nur, weil du die Situation steuerst. Natürlich rennt der Hund freiwillig los. Weil er ja weiß, dass es die Belohnung gibt, auf die er scharf ist. Trotzdem ist die Freiwilligkeit eben nicht gegeben. Weil du in dieser Situation "deine Stärke" ausnutzt.
Als ich das Wort "Stärkere" schrieb, dachte ich mir schon, dass du es nicht verstehen würdest. Leider hatte ich vergessen, es genauer zu erläutern. Natürlich ist der stärkste der Wölfe der A-Wolf. Dabei geht es aber nicht nur um körperliche Stärke, schon gar nicht um "Gewalt". Mensch Sven, denk doch nicht in so einfachen Strukturen. Wir wissen doch beide, dass du das besser kannst. Stärke definiert sich in diesem Fall durch viele Faktoren. Eben auch durch "Soziale Stärke". Würde es nur um körperliche Stärke gehen, hätten wir beide gegen unsere Hunde keine Chance.
Ich spreche von "wir", weil ich nicht nur mich, sondern alle Menschen meine. Und damit eben auch dich. Denn, du bist keinen Deut besser als die anderen. Du sagst deinem Hund, wo es lang geht. Nicht umgekehrt. Warum tust du das? Weil du der Stärkere bist und weil du Verantwortung für deinen Hund trägst. Der Stärkste ist nun einmal derjenige, der die Verantwortung trägt bzw. tragen sollte. Auch bei euch in der Familie ist Rika nicht die Leithündin. Mit deinem Wissen und deiner Vernunft bestimmst du, was passiert - damit nichts passiert.
Ich glaube dir gerne, dass du gegen die Kastration von Hunden bist. Sicherlich wird dir aufgefallen sein, dass mein Hund ebenfalls nicht kastriert ist. Die Begründung deiner Meinung ist aber nach wie vor sehr schwach.
Doch kommen wir zu einem weiteren Punkt. Ein Mensch hat einen Hund. Er trägt die Verantwortung für diesen Hund. Nun kann dieser Mensch - egal aus welchen Gründen - den Hund nicht mehr kontrollieren, wenn er zu einer heißen Hündin möchte. Was sollte der Mensch denn nun deiner Meinung nach machen? Den Hund ins Tierheim geben? Das kann ja nun keine Lösung sein. Verantwortung tragen bedeutet auch, eigene Schwächen zu erkennen. Und Kompromisse zu schließen.
Du machst es dir relativ einfach. Vergiss bitte nicht, dass du in einer gut behüteten Familie sitzt. Du hast Eltern, die dir mehr oder weniger jeden Mist abnehmen. Auf jeden Fall aber stehen sie dir bei, wenn es Probleme gibt, mit denen du nicht allein klar kommst. D.h., wenn du deiner Verantwortung nicht mehr nachkommen kannst, sind Menschen da, die dir helfen können (und werden). Ich bleibe dabei, ein kastrierter Rüde ist mir lieber als ein überfahrener. Jetzt entscheide dich: Für welchen Rüden entscheidest du dich?
Matthias
Jetzt die Frage: Was ist besser? Ein kastrierter Rüde, der die Möglichkeit hat, soziale Kontakte zu Artgenossen zu pflegen? Oder ein nicht kastrierter Rüde, der in "Einzelhaft" lebt?
Matthias
"Frag deinen Hund, ob er die Gefahr des Autoverkehrs vielleicht selber einschätzen möchte."
Sag mal, warum bist du eigentlich mit 5 Jahren nicht ohne Aufsicht auf einer viel befahrenen Straße rumgelaufen? Haben da deine Eltern denn nicht aufgepasst?
"Du wirfst einen Ball weg, der Hund rennt los, holt den Ball und gibt ihn dir."
Nee, macht meine nicht. Das ist ihr zu doof.
Belohnung. Es zeigt eher die Intelligenz des Hundes. Er möchte etwas haben und weiß, wie er es bekommt. Übrigens muss die Initiative nicht vom Menschen ausgehen. Wenn mein Hund z.B. raus möchte, so setzt sie sich vor die Tür und bellt. Ich mache sie auf. Der Hund hat mich zu etwas aufgefordert und ich habe es gemacht.
"Mensch Sven, denk doch nicht in so einfachen Strukturen."
Viele Menschen denken aber so, da muss man sich anpassen, um nicht als Außenseiter zu gelten. Im Internet kann es durch die unpersönliche Kommunikation durchaus mal vorkommen, dass man diese Eigenschaft jemandem fälschlicherweise zuordnet und dann so reagiert.
Nicht immer ist der Mensch (auch sozial) stärker. Ansonsten habe ich auch kein Problem damit, wenn ich "stärker" als das Tier bin (was ja auch sein kann). Jedoch missbrauche ich diese Macht nicht. Ich lasse "meinem" Tier eine gewisse Freiheit, auch in vielen Dingen für sich selbst entscheiden zu können.
Um noch auf die Triebe zurück zu kommen. Man kann verschieden mit ihnen umgehen: a) sie entfernen, b) sie unterdrücken, c) sie umlenken oder d) sie zulassen.
zu a): Kastration
zu b): Sterilisation, Zwinger, viele andere Möglichkeiten
zu c): z.B. "Hotdoll" (einfach nach googlen), macht man sich die Hände nicht schmutzig *gg*
zu d): Wie schon gesagt, zulassen. Allerdings ist die daraus resultierende Vermehrung auch ein Problem. Fällt also eher weg (außer man züchtet).
Nachdem die Punkte a, b, c und d wohl deiner Meinung nach das Problem nicht lösen, stellt sich mir die Frage, welchen Lösungsansatz du hast.
Punkt b wäre richtig mies, Punkt c zwar ganz witzig, aber nicht unbedingt erfolgversprechend, weil der Rüde nach dem "Gebrauch" der Puppe noch immer scharf auf die heiße Hündin sein wird.
Zu Punkt d kann ich nur sagen, dass ich kein Problem damit hätte, wenn mein Hund ganz viele Hundebabys machen würde. Wir können uns gerne treffen, wenn deine Hündin heiß ist
Punkt a ist vielleicht nicht der Renner, aber das kleinste Übel.
Matthias
Habe ich ja nicht gesagt, aber das gehört halt nicht zum Thema.
"Nachdem die Punkte a, b, c und d wohl deiner Meinung nach das Problem nicht lösen, stellt sich mir die Frage, welchen Lösungsansatz du hast."
Habe ich das irgendwo behauptet?
"Zumal dadurch viele neue Probleme geschaffen werden würden."
Habe ich doch gesagt!?